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Johannes Plavius (? - nach 1630)

Beschreibung des ehlosen Standes

Ein Fass, welchs niemand füllen kann,
Ein Durst, den niemand stillen kann,
Ein Hass, den man nicht enden kann,
Ein Zorn, den man nicht wenden kann,
Ein Hoffen, voller Angst und Forcht,
Ein Förchten, das auf Hoffnung horcht,
Ein ungetröste Traurigkeit,
Ein angestellte Fröhlichkeit,
Ein Haus, da keine Sonne scheint,
Ein Garten, da nicht Bäume seind,
Ein Garten, da man irre geht,
Ein fest-verschlossen Rosenbeet,
Ein Obest, das nicht feste steht,
Ein Apfel, den der Wind abweht,
Ein Ohne-Frucht und Weiden-Baum,
Ein Selten-Schlaf, ein steter Traum,
Ein Witwerbett, ein wüster Raum,
Ein mutig Pferd, frei, ohne Zaum,
Ein kühner Reiter ohne Pferd.
Ein reicher Schatz, bedeckt mit Erd',
Ein Orgelwerk, ohn' Organist',
Ein Sparer, da kein Zehrer ist,
Ein Saitenspiel, ohn' allen Klang,
Ein Auferwachsen, ohne Zwang,
Ein schöner Becher, ohne Trank,
Ein Wohlverdienen, ohne Dank,
Ist Einsamkeit und Jungfrauschaft,
Wo man der starken Liebekraft
Erfahren muss. Drum lob' ich euch,
Herr Bräutigam, und auch zugleich
Euch Jungfrau Braut, dass ihr dem Weh
Jetzt abzusterben durch die Eh
Bereit seid, und wünsch' euch dazu,
Nach diesem Tode, sanfte Ruh',
Und nach der Ruhe solche Lust,
Die solchen Toden ist bewusst,
Und nach der Lust denn wieder Ruh.
So bringt man tot sein Leben zu!

(Auszug)

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