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Michelangelo Buonarroti (1475-1564)

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Hier am äußersten Rande...

Hier am äußersten Rande des Lebensmeeres
Lern’ ich zu spät erkennen, o Welt, den Inhalt
Deiner Freuden, wie du den Frieden, den du
Nicht zu gewähren vermagst, versprichst und jene
Ruhe des Daseins, die schon vor der Geburt stirbt.
Angstvoll blick’ ich zurück, nun da der Himmel
Meinen Tagen ein Ziel setzt: unaufhörlich
Hab’ ich vor Augen den alten, süßen Irrtum,
Der dem, den er erfasst, die Seele vernichtet.
Nun beweis’ ich es selber: den erwartet
Droben das glücklichste Los, der von der Geburt ab
Sich auf dem kürzesten Pfad zum Tode wandte.

(aus dem Italienischen von Hermann Grimm)

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So viel scheint groß...

So viel scheint groß und kostbar, und es blickt
Das Volk drauf hin bewundernd, aber einer
Steht abseits; ihm erscheint es um so kleiner
Und gallenbitter, was sie hoch entzückt.

Und das sogar: der eitlen unverständ’gen
Gedankenlosen Welt muss er sich fügen,
Muss reden, wie sie spricht und Freude lügen,
Und lächelnd die verborg’nen Tränen bänd’gen.

Mein Glück ist nur, dass ganz verborgen sei,
Was ich beweine und was heimlich trachtend
Des Herzens Wünsche wollen, die ich hege.

Blind ist die Welt und nur Verrätern treu,
Ich aber, Hass und Ehre gleich verachtend,
Geh still und einsam weiter meine Wege.

(aus dem Italienischen von Hermann Grimm)

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Michelangelo Buonarroti (1475-1564)