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Karl Enslin (1819-1875)

Für die Mutter

Was soll ich Dir denn sagen,
O gute Mutter, heut?
Was soll ich dir denn wünschen,
Das Dich und mich erfreut?

Ja, könnt’ ich Dir’s nur sagen,
Wie’s um das Herz mir ist!
Du weißt es ja doch besser,
Wie teuer Du mir bist.

Dass Du mich immer liebest
Und ich lieb’ immer Dich -
Nichts Schöneres kann ich wünschen,
Nichts Besseres für Dich und mich.

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Wolfgang Müller von Königswinter (1816-1873)

An meine Mutter

Ich lese mit erinnerndem Gemüte
Im Buch des Lebens, das mir aufgeschlagen,
Und find’ auf jedem Blatt die Lieb’ und Güte,
Die, Mutter, du mir Tag und Nacht getragen.

Stets denk’ ich dran mit innigem Bewegen,
Wie du um mich gejauchzt, gelacht, geweinet:
Im Wiegenliede gabst du mir den Segen,
Der sich dem Jüngling und dem Mann geeinet.

So folget mir dein Bildnis nah und ferne,
Es war mir Sühn’ und Trost an jedem Orte;
Betrübt gedacht’ ich deiner Augensterne,
Bekümmert deiner freundlich milden Worte.

Wie lohn’ ich dir? Ich ruh’ an deinem Herzen
Und bring’ den Dank. Kann es ein schön’rer werden?
Nach mancher irren Fahrt durch Lust und Schmerzen
Fand ich in dir das treuste Herz auf Erden!

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Friedrich Leopold Graf zu Stolberg (1750-1819)

Das Schwalbenpaar

Ein Schwalbenpaar führte der Lenz mir herbei;
Sie bauten ihr Nest mir über die Tür.
Wie flogen sie her, wie flogen sie hin,
Zu holen den Lehm; wie schlugen sie oft
Mit dem Schnäbelchen an, zu verkitten das Nest!
Sie verkleibten gar wohl und spündeten zart
Ihr kleines Gemach und bezogen’s mit Flaum;
Sie legte hinein vier Eier und trug
Den Jungen wohl früh, den Jungen wohl spät
Die Speise; nicht Ruhe sie hatte, nicht Rast.
Das helle Geschrei der hungernden Brut
Erweckte sie früh, erweckte sie spat;
Die Fliegen sind schnell, und die Ameisen schwer
Zu erspähn, und die Piependen fordern so viel!
Sie fastete selbst, um zu ätzen die Brut;
Die wuchs nun heran und verlangte noch mehr.
Da ermattete schier die Mutter und kam
Mit wankendem Flug, vermochte mit Müh’
Den Schnabel noch halb zu öffnen, und flog
Bald wieder auf Jagd, denn Liebe macht stark.
Sie härmte sich ab mit Kummer und Müh’,
Sie sorgte mit Angst, in dem Neste sei Not,
Doch hatten vollauf die Jungen; da schlief
Ein jegliches satt, bis sie weckte der Flug
Der Mutter, dann schrie wie verschmachtend die Brut,
Doch waren sie satt und die wachsende Kraft
Trieb schwellende Kiel’ aus dem gelblichten Flaum,
Den Kielen entwuchs der Fittiche Paar,
Der Schnabel ward hart und verschnappte schon oft
Die Fliege, so keck sich dem Neste genaht;
Nun flogen sie auf zum benachbarten Dach,
Von dem Dache zum Baum und vom Baume davon.
Die Mutter kam heim zum verödeten Nest,
Sie jammerte laut, sie lockte, sie flog
Vom Nestchen zum Baum und vom Baume zum Nest.
Sie flatterten hin, sie flatterten her;
Sie fastet den Tag, sie seufzet die Nacht.
Ach Schwälbchen, du hast vergessen, wie du
Die Mutter dereinst verließest, auch sie
Hat ängstlich geklagt, als die Jungen entflohn!

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Nikolaus Lenau (1802-1850)

Traum

Nächtlich hatt ich einen Traum,
Liebe Mutter, einen guten,
Ob wir unter einem Baum,
Wanderungsmüde, beide ruhten.

In den Schoß zu süßer Ruh
Legt ich dir mein Haupt, das schwüle,
Und du fächeltest mir zu
Eine himmlisch süße Kühle.

Ahnung fasste mir das Herz,
Dass es würde besser werden,
Und ich fühlte himmelwärts
Mich gehoben von der Erden.

Sitze nieder, will mein Haupt
An die treue Brust dir legen,
Dass es fühle, lang beraubt,
Deiner Liebe Himmelssegen.

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Max Bewer (1861-1921)

Mutter unser

Mutter unser, wo bist du?
Niemals sah dich ein Auge;
Denn uns lehrten Jahrtausende
Nur zum V a t e r den Aufblick!
Deines Gewandes Wärme,
Deines Busens muttersame Ruh',
Wehe aus dem Sternendunkel
Einmal deinen Kindern zu.

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Hermann von Gilm (1812-1864)

Die Mutter

Leise atmend, halb entschlummert
Liegt das Kind im Bettchen klein,
Plötzlich durch das offne Fenster
Schaut der Abendstern herein.

Und nach ihm mit beiden Händen
Laut aufweinend langt das Kind:
"Mutter, Mutter, hol' mir diesen
Schönen Stern herab geschwind!"

"Dummheit!" ruft der Vater zornig
Hinter einem Zeitungsblatt,
"Was der Fratz von dritthalb Jahren
Für verrückte Launen hat!

Denk' man: dreißig Millionen
Meilen weg und ein Planet,
Der zweihundertvierundzwanzig
Tage um die Sonne geht!"

Doch die Mutter tröstet leise:
"Schlaf', mein Engel! Diese Nacht
Hol' ich dir den Stern vom Himmel,
Der dir so viel Freude macht;

Morgen früh, hier auf dem Bette
Findest du den Edelstein" -
Und das Kind, in Tränen lächelnd,
Schläft am Mutterherzen ein.

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Max von Schenkendorf (1783-1817)

Muttersprache

Muttersprache, Mutterlaut!
Wie so wonnesam, so traut!
Erstes Wort, das mir erschallet,
Süßes, erstes Liebeswort,
Erster Ton, den ich gelallet,
Klingest ewig in mir fort.

Ach, wie trüb ist meinem Sinn,
Wenn ich in der Fremde bin,
Wenn ich fremde Zungen üben,
Fremde Worte brauchen muss,
Die ich nimmermehr kann lieben,
Die nicht klingen als ein Gruß!

Sprache schön und wunderbar,
Ach wie klingest du so klar!
Will noch tiefer mich vertiefen
In den Reichthum, in die Pracht,
Ist mir's doch, als ob mich riefen
Väter aus des Grabes Nacht.

Klinge, klinge fort und fort,
Heldensprache, Liebeswort,
Steig' empor aus tiefen Grüften,
Längst verschollnes altes Lied,
Leb' aufs Neu in heil'gen Schriften,
Dass dir jedes Herz erglüht.

Überall weht Gottes Hauch,
Heilig ist wol mancher Brauch.
Aber soll ich beten, danken,
Geb' ich meine Liebe kund,
Meine seligsten Gedanken,
Sprech' ich wie der Mutter Mund!

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Gustav Falke (1853-1916)

Die feinen Ohren

Du warst allein,
Ich sah durchs Schlüsselloch
Den matten Schein
Der späten Lampe noch.

Was stand ich nur und trat nicht ein?
Und brannte doch,
Und war mir doch, es müsste sein,
Dass ich noch einmal deine Stirne strich
Und zärtlich flüsterte: Wie lieb ich dich.

Die alte böse Scheu,
Dir ganz mein Herz zu zeigen,
Sie quält mich immer neu.
Nun lieg ich durch die lange Nacht
Und horche in das Schweigen,
Ob wohl ein weißes Haupt noch wacht.

Und einmal hab ich leis gelacht:
Was sorgst du noch,
Sie weiß es doch,
Sie hat gar feine Ohren,
Ihr geht von deines Herzens Schlag,
Obwohl die Lippe schweigen mag,
Auch nicht ein leiser Ton verloren.

((Meiner Mutter))

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Peter Rosegger (1843-1918)

Das Mutterherz

Willst du auf die Erde,
Sprach der Herr zu mir,
Brauchst du Liebe,
Die dich schützt,
Brauchst du Treue,
Die dich nie verlässt.

Doch wirst du auf Erden
Finden nicht so bald
Lieb und Treue
Echt und heilig;
Darum geb' ich dir
Von meiner mit.

Und ich will sie legen,
Liebes Menschenkind,
Dass du findest
In der Trübsal
Diese Gaben,
In das Mutterherz.

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Friedrich Wilhelm Güll (1812-1879)

Meine Mutter

Kein Vogel sitzt in Flaum und Moos
in seinem Nest so warm
als ich auf meiner Mutter Schoß,
auf meiner Mutter Arm.
Und tut mir weh mein Kopf und Fuß,
vergeht mir aller Schmerz,
gibt mir die Mutter einen Kuss
und drückt mich an ihr Herz.

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Eduard Mörike (1804-1875)
www.lyrik-lesezeichen.de/gedichte/moerike.php

An meine Mutter

Siehe, von allen den Liedern nicht eines gilt dir, o Mutter!
Dich zu preisen, o glaub's, bin ich zu arm und zu reich.
Ein noch ungesungenes Lied ruhst du mir im Busen,
Keinem vernehmbar sonst, mich nur zu trösten bestimmt,
Wenn sich das Herz unmutig der Welt abwendet und einsam
Seines himmlischen Teils bleibenden Frieden bedenkt.

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Friederike Kempner (1836-1901)

Einst - An meine Mutter

Ich wünsche Dir alles Gute,
Und wünsche Dir alles Glück!
Des Schicksals eiserne Rute,
Sie weiche vor Dir zurück!

Ich wünsche Dir schöne Träume,
Und schönere Wirklichkeit,
Und üppige Blütenbäume
Und stete Fröhlichkeit.

Ich wünsche Dir ein Jahrhundert,
Und Frische der Jugend dabei,
Damit sich ein Jeder verwundert,
Wie rüstig die Edle sei!

Doch was für mich ersehne,
Das ratest Du alsobald:
Mein Ohr vernehme Deine Töne,
So lang' ihm noch etwas schallt!

So lange es fähig zu hören! -
Mein Auge, so lange es sieht -
Sie mögen Dich sehen und hören!
Mein Herz, das für Dich erglüht!

Es möge Dich wonniglich fühlen,
Bevor es von hinnen zieht!
Dann scheid' ich mit Dankesgefühlen
Mit einem zufriedenen Lied!

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Wilhelm Arent (1864-?)

An meine Mutter

Der reinste Demant dieser Erde,
Das köstlichste, das reichste Erz,
Die schönste Sonne aller Sonnen,
Es ist das treue Mutterherz!

O Herz so tief, so unergründlich,
O Herz so wahr, so gut, so rein -
O ewig wie der Weltenlenker
Kann nur die Mutterliebe sein!

Selbstsüchtig ist sonst jede Liebe,
In ihrer Qual, in ihrem Glück,
Sie gibt ihr Herz dir hin, doch fordert
Sie auch dein Herz dafür zurück;

Nur einer Mutter großes Lieben
Gibt sich dem Kinde ganz dahin
Und fordert nicht, o, schon das Geben
Ist überreichlich ihr Gewinn.

O Mutterherz, o Mutterliebe,
Wer kann dich hier ermessen doch,
Du Herz, ob auch vom Kind gebrochen,
Im Sterben segnest du es noch!

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Heinrich Heine (1797-1856)
www.lyrik-lesezeichen.de/gedichte/heinrich_heine.php

An meine Mutter I

Ich bin's gewohnt, den Kopf recht hoch zu tragen,
Mein Sinn ist auch ein bißchen starr und zähe;
Wenn selbst der König mir ins Antlitz sähe,
Ich würde nicht die Augen niederschlagen.

Doch, liebe Mutter, offen will ich's sagen:
Wie mächtig auch mein stolzer Mut sich blähe,
In deiner selig süßen, trauten Nähe
Ergreift mich oft ein demutvolles Zagen.

Ist es dein Geist, der heimlich mich bezwinget,
Dein hoher Geist, der alles kühn durchdringet,
Und blitzend sich zum Himmelslichte schwinget?

Quält mich Erinnerung, daß ich verübet
So manche Tat, die dir das Herz betrübet?
Das schöne Herz, das mich so sehr geliebet?

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Detlev von Liliencron (1844-1909)

Meiner Mutter

Wie oft sah ich die blassen Hände nähen,
Ein Stück für mich - wie liebevoll du sorgtest.
Ich sah zum Himmel deine Augen flehen,
Ein Wunsch für mich - wie liebevoll du sorgtest.
Und an mein Bett kamst du mit leisen Zehen,
Ein Schutz für mich - wie sorgenvoll du horchtest.
Schon längst dein Grab die Winde überwehen,
Ein Gruß für mich - wie liebevoll du sorgtest.

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