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Hans Retep (geb. 1956), www.hans-retep-gedichte.de

Pausentee zum Vierzigsten

In deinem Lebensspiel zum Pausentee
pfeifts heute unparteiisch und statistisch.
Wie lautet wohl dein Halbzeitresümee?
Was war an dem Gekick charakteristisch?

Hast viele dumme Treffer du kassiert,
dafür zu wenig auf das Tor geschossen,
und oft mit letztem Zahn das Gras rasiert?
Sind deine besten Chancen schon verflossen?

Macht nichts, es war ja nur die erste Hälfte!

Nach einem Rückstand, den man aufgeholt,
nach einem Reinfall, den man überwunden,
wenn dann die Kugel endlich richtig rollt,
man weiter angreift in den letzten Runden,

so dass am Schluss man schier gewinnen muss:
Solch Siegtor lässt am meisten rasen!
Läuft so dein Spiel von Kopf bis Fuß,
dann ist der Sieg die reinste der Ekstasen!

Auf geht’s und alles Glück zur zweiten Hälfte!

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Hans Retep (geb. 1956)
www.hans-retep-gedichte.de/geburtstagsgedichte.php

Geburtstagsreise

Wenn du heute vierzig wirst
Und vor Lebenslüsten birst
Und dein Haus wird dir zu klein
Will ich dein Reisepartner sein

Komm, erobern wir die Welt
Niemand, der uns hier aufhält
Sollen sie doch alle schrein
Uns quatscht heute keiner ’rein

Sind wir dann am Abend müd
Und der Lebensgeist verglüht
Und die Stille dringt hinein
Lass uns einfach glücklich sein

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Joachim Ringelnatz (1883-1934)
www.lyrik-lesezeichen.de/gedichte/ringelnatz.php

Geburtstagsgruß

Ach, wie schön, dass Du geboren bist!
Gratuliere uns, dass wir Dich haben,
Dass wir Deines Herzens gute Gaben
Oft genießen dürfen ohne List.

Deine Mängel, Deine Fehler sind
Gegen das gewogen harmlos klein.
Heut nach vierzig Jahren wirst du sein:
Immer noch ein Geburtstagskind.

Möchtest Du: nie lange traurig oder krank
Sein. Und wenig Hässliches erfahren.-
Deinen Eltern sagen wir unseren
Fröhlichen Dank dafür,
Dass sie Dich gebaren.

Gott bewirke Dir
Alle Deine Schritte;
Ja, das wünschen wir,
Deine Freunde und darunter (bitte)
Dein

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Friedrich Rückert (1788-1866)

40. Geburtstag

Mit vierzig Jahren ist der Berg erstiegen,
wir stehen still und schau’n zurück,
dort sehen wir der Kindheit stilles liegen
und dort der Jugend lautes Glück.

Noch einmal schau, und dann gekräftigt weiter.
Erhebe deinen Wanderstab!
Hin dehnt ein Bergesrücken sich, ein breiter,
und hier nicht, drüben gehts bergab.

Nicht atmend aufwärts brauchst du mehr zu steigen,
die Ebne zieht von selbst dich fort;
dann wird sie sich mit dir unmerklich neigen,
und eh du’s denkst, bist du im Port.

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Theodor Storm (1817-1888)
www.lyrik-lesezeichen.de/gedichte/theodor_storm.php

Am Geburtstage

Es heißt wohl: Vierzig Jahr ein Mann!
Doch mit vierzig fängt die Fünfzig an.

Es liegt die frische Morgenzeit
Im Dunkel unter mir so weit,

Dass ich erschrecke, wenn ein Strahl
In diese Tiefe fällt einmal.

Schon weht ein Lüftchen von der Gruft,
Das bringt den Herbst-Resedaduft.

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Kurt Tucholsky (1890-1935)
www.lyrik-lesezeichen.de/gedichte/kurt_tucholsky.php

Einkehr

Mit vierzig Jahren soll man sich besinnen ...
Worauf?
Auf das, was außen und was innen –
und auf den Lauf
der Sterne, die im kalten Kosmos schweben,
sowie auch darauf:
Wovon mag eigentlich der Bornemann leben –?

Die Wiese summt und liegt grün eingesponnen –
ich mittendrin;
durch die geschlossenen Lider sagen tausend Sonnen,
dass ich lebendig bin.
Schreite die Straße der Einsamkeit empor,
Stimmen hörst du wie nie zuvor ...
aus dem Äther kommen dir Einsicht und Stärke
Laßler platzt vor Neid. Ich werde ihn ärgern, indem ich es nicht bemerke.

Wolken ziehn über die Sonne. Es rührt sich kein Blatt.
Stumm
liegt der See; der Weise, der einmal begriffen hat,
fragt nicht: Warum?
Er betrachtet nur noch das Wie; er sieht die Kristalle zergehn,
wenn es geschneit hat –
Warum schneidet man sich eigentlich immer die Nägel, wenn man keine Zeit hat –?

So schwingst du dich in die obern Regionen –
musst aber dennoch hier unten wohnen.
Ein Vers von Morgenstern tanzt querfeldein:
„Es zieht einen immer wieder hinein.“

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