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Ferdinand Avenarius (1856-1923)

Am Geburtstag

Neben mir plaudert’s im glitzernden Quell
Aus Sonnentagen der Kindheit hell,
Während von fern herüberklingt,
Was eine Drossel zum Neste singt.
Mit dem feinsten Summen ziehn
Tausend Lebensmelodien
Überall aus den Gräsern hervor,
Zu den Wipfeln hebt sie der Wind empor
Fromm dann wallen sie einher
Mit den heiligen Hymnen vom fernen Meer,
Die über die Weiten der Waldeshöhn
Droben in singenden Wogen gehen.
Und wie meine Seele spinnt:
Deine Stimme im Kleinsten rinnt,
Und wie meine Seele lauscht:
Deine Stimme im Gröbsten rauscht –
Alles ist gut, Alles ist Ruh,
Denn die ganze Welt bist du.

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Matthias Claudius (1740-1815)
www.lyrik-lesezeichen.de/gedichte/matthias_claudius.php

An den Tod

An meinem Geburtstage

Lass mich, Tod, lass mich noch leben! –
Sollt ich auch wenig nur nützen,
Werd ich doch weniger schaden,
Als die im Fürstenschoß sitzen
Und üble Anschläge geben,
Und Völkerfluch auf sich laden;
Als die da Rechte verdrehen,
Statt nach den Rechten zu sehen;
Als die da Buße verkünden,
Und häufen Sünden auf Sünden;
Als die da Kranken zu heilen,
Schädliche Mittel erteilen;
Als die da Kriegern befehlen,
Und grausam ihnen befehlen;
Der Helden Kriegskunst nichts nützen,
Um Länder weise zu schützen.
Tod, wenn sich diese nicht bessern,
Nimm sie aus Häusern und Schlössern!
Und wenn du sie nun genommen,
Dann Tod, dann sei mir willkommen.

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Friedrich Hebbel (1813-1863)

Ein Geburtstag auf der Reise

Wie wird mir so beklommen,
Obgleich ich ruhig schlief!
Wär’ heut der Tag gekommen,
Der mich ins Leben rief?
Ja, sagt mir der Kalender,
Ein Strauß des Freundes auch,
Den der zu milde Spender
Mir flocht am Lorbeerstrauch.

Ach, was sind das für Boten!
Wo bleiben Weib und Kind,
Die sonst, zum Liebesknoten
Verschränkt die Ersten sind!
Heran, heran, wie immer,
Du teures, teures Paar,
Sonst wage ich mich nimmer
Hinein ins neue Jahr.

Dass ich noch Atem hole,
Verdank’ ich euch allein,
Denn ihr seid meine Pole
Und werdet’s ewig sein!
Wie sollt’ ich wohl noch ringen,
Wär’s nicht des Vaters Pflicht?
Und könnt’ es mir gelingen,
Stärkte dies Weib mich nicht?

Drum schnell, ich muss euch schauen,
Christine, an mein Herz,
Du innigste der Frauen,
Eh’ es erstarrt vor Schmerz.
Und dass ich zwiefach nippe,
Reich’ auch dein Kind zum Kuss,
Das meiner bärt’ge Lippe
Nur naht, wenn’s eben muss.

Sie zögern noch! Ermannung!
Sie sind dir heut zu fern!
Du lebst in der Verbannung,
Doch nicht von Stern zu Stern!
Du ward’st auf eine Weile
Dem Paradies entrückt,
Damit es, dir zum Heile,
Bald doppelt dich beglückt.

Nun wohl, ich will es tragen,
Bin ich auch Duldens satt;
Ich ward zurück verschlagen
In eine finstre Stadt,
Wo ich, der Welt verborgen,
Bestand den ersten Streit,
Drum werde dieser Morgen
Der Pilgerschaft geweiht.

Es ist die rechte Stunde,
Ein Schlachtfeld zu beschaun,
Ich mache flugs die Runde
Und tu’ es ohne Graun,
Als wären’s schon Äonen,
Wo ich hier, stumm, doch bang,
Mit jedem der Dämonen
Auf Tod und Leben rang.

Drum erst zum kleinen Hause,
Das mich beherbergt hat!
In dieser dunklen Klause
Reift’ ich zur Dichtertat,
Viel litt ich da im stillen,
Viel hat’s in mir geschafft:
Von Gott den reinen Willen,
Vom Teufel jede Kraft.

Vorüber doch, vorüber!
Mir wird in meinem Sinn
Auf einmal trüb und trüber,
Nun ich zur Stelle bin.
Mir deucht, durch dieses Fenster
Grinst noch der ganze Chor
Der Larven und Gespenster,
Die mich gequält, hervor.

Dafür zum Königsgarten
Mit raschem Schritt hinab!
Er war’s, der dem Erstarrten
Stets wieder Leben gab,
Der, wenn mich eine Mahnung
Der Todes tief geschreckt,
Mich gleich durch eine Ahnung
Der Zukunft neu geweckt.

O Park, sei mir gesegnet!
Bleib ewig frisch und grün,
Und wenn’s nur einmal regnet,
So sollst du zweimal blühn!
In jeden deiner Gänge
Verlier’ ich mich mit Lust,
Denn jeder hat Gesänge
Gehaucht in meine Brust.

Hier zeigte, wie im Traume,
Sich mir die Judith schon!
Dort, unterm Tannenbaume
Sah ich den Tischlersohn,
Da drüben winkte leise
Mir Genovevas Hand,
Und in des Weihers Kreise
Fand ich den Diamant.

Dann wollt’ es mich bedünken,
Ich sei unendlich reich!
Mein Busen war dem Blinken
Des Sternenhimmels gleich:
Schon viel sind aufgegangen
In wandelloser Pracht,
Mehr glaubt man noch umfangen
Vom stillen Schoß der Nacht.

Zwar blieben’s damals Schemen,
Mir nur zum Trost geschickt,
Sie mussten Abschied nehmen,
Sowie ich sie erblickt.
Das fügte tausend Schmerzen
Den schwersten noch hinzu,
Doch kam zuletzt dem Herzen
Durch sie allein die Ruh.

Denn als sie Blut getrunken,
Wie des Odysseus Schar
Im Hades, deren Funken
Längst still verglommen war:
Da wandelten die Schatten
Sich in Gestalten schnell,
Und nun sie Leben hatten,
Ward’s rings um mich auch hell.

So will’s ja der Berater
Der Welt, dass in der Kunst
Das Kind den eignen Vater
Erlöst vom irdschen Dunst
Und für die heil’ge Schüssel
Voll Bluts, die er vergießt,
Ihm dankt mit einem Schlüssel,
Der ihm das All erschließt.

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Friedrich Hölderlin (1770-1843)
www.lyrik-lesezeichen.de/gedichte/hoelderlin.php

An Neuffer

Noch kehrt in mich der süße Frühling wieder,
Noch altert nicht mein kindischfröhlich Herz,
Noch rinnt vom Auge mir der Tau der Liebe nieder
Noch lebt in mir der Hoffnung Lust und Schmerz.

Noch tröstet mich mit süßer Augenweide
Der blaue Himmel und die grüne Flur,
Mir reicht die Göttliche den Taumelkelch der Freude,
Die jugendliche freundliche Natur.

Getrost! es ist der Schmerzen wert, dies Leben,
So lang uns Armen Gottes Sonne scheint,
Und Bilder bessrer Zeit um unsre Seele schweben,
Und ach! mit uns ein freundlich Auge weint.

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August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)

Mein Geburtstag 1843

Fünf Jahre noch - ein halb Jahrhundert
ist dann mit mir dahingerollt;
Ich staun‘ und frage mich verwundert:
hast du erreicht, was du gewollt?

Die Kinder spielten auf den Straßen
vor fünfzig Jahren so wie jetzt;
Sie wurden Männer, tranken, aßen,
und – blieben Kinder doch zuletzt.

Auch ich, ich bin ein Kind geblieben,
im Wünschen nur und Hoffen froh;
wohin das Schicksal mich getrieben
Erfüllung fand ich nirgendwo.

Und dennoch ward mir viel beschieden,
wonach umsonst ein anderer strebt -
O liebes Herz, gib dich zufrieden!
Ich habe nicht umsonst gelebt.

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Joachim Ringelnatz (1883-1934)
www.lyrik-lesezeichen.de/gedichte/ringelnatz.php

Was würden Sie tun, wenn Sie das neue Jahr regieren könnten?

Ich würde vor Aufregung wahrscheinlich
Die ersten Nächte schlaflos verbringen
Und darauf tagelang ängstlich und kleinlich
Ganz dumme, selbstsüchtige Pläne schwingen.

Dann – hoffentlich – aber laut lachen
Und endlich den lieben Gott abends leise
Bitten, doch wieder nach seiner Weise
Das neue Jahr göttlich selber zu machen.

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Johann Gottfried Seume (1763-1810)

Mein Geburtstag

Dreißig Mal ist mir das Jahr entronnen;
Und was hab' ich aus dem Flug gewonnen?
Wie ein Kahn durch Stürme, Flut und Wogen,
Sind sie adlerschnell dahin geflogen.

Aus dem Hinterhalt hat, wenn ich lachte
Und nur Frohgenuss des Lebens dachte,
Oft der Tod mir in den Maientagen
Zu der großen Reise Lärm geschlagen.

Von des Meeres tiefem Felsengrunde,
Aus der Kriegsmaschine Feuerschlunde
Gähnte von der Parze schwarzen Wegen
Mir Verderben oft und grell entgegen.

Und ich sah durch die gebrochnen Glieder,
Hingestreckt vom Würger, meine Brüder
In der Sterbestunde letzten Zügen
Blutig röchelnd, betend, fluchend liegen.

Auf der alten und der neuen Erde,
Von dem Fürstensaal zum Bettlerherde,
Hört' ich Menschen über Menschenplagen
Mit des Jammers heißen Tränen klagen.

Auf der Wollust seidnem Dunenlager
Saß der Kummer abgehärmt und hager;
Unterm Strohdach auf der Binsenmatte
Weinte stummen Schmerz des Elends Gatte.

Himmel, schlagen deiner Strafen Flammen
Alle, alle über uns zusammen?
Hier und hier ist aller Marter Quelle:
Braucht der Frömmler denn noch Eine Hölle?

Leidenschaften wühlen an den Stützen,
Die den armen Stamm des Lebens schützen:
Und sie wühlen oft in einer Stunde
Ganzer langer Jahre Werk zu Grunde.

Und die himmlische Natur zu rächen,
Kocht ihr Busen herrliche Verbrechen,
Die in Fluch verwandeln Gottes Segen,
Und durch Elend Keim zu Elend legen.

Bosheit gießet zu dem Tränenmahle
Schleichend Gift noch in die Wermutschale;
Und die Torheit, ihre Schwester, bietet
Fertig ihr die Hände, wenn sie wütet.

Aus dem alten orthodoxen Mantel
Sticht des Unsinns giftige Tarantel;
Aus der Irrphilosophie Gewimmel
Fliegen Zweifel über Gott und Himmel.

Götterliebe sinkt zu feilen Lüsten,
Unser schönes Eden zu verwüsten:
Tiefer Groll durchbrütet seine Galle
Zu des sichern Bruders nahem Falle.

Einer zehret kühn mit hohem Mute
Von gepeitschter tausend Sklaven Gute,
Die ihr letztes bisschen armes Leben
Seiner Schwelgerei zur Beute geben.

Und wenn sie sodann vom Schlaf erwachen,
Gleicht ihr Wüten dem Hyänenrachen,
Der mit ungezähmtem Grimme schlachtet,
Und den künftgen Augenblick verachtet.

Vater, wird zur Rettung hier auf Erden
Nicht Vernunft einst Herrscherin noch werden,
Und die Ungerechtigkeit verbannen?
Jetzo gibts nur Sklaven und Tyrannen.

Wird Asträa nicht, uns Heil zu geben,
Noch ein Mahl herab vom Himmel schweben,
Und das göttliche Geschenk zu rächen,
Einst des Treibers Eisenstecken brechen?

Dass ein jeder in dem Abendrote
Psalmen singe, nicht bei Gnadenbrote;
Dass sich unter ihrer Väter Buchen
Nicht Bedrücker und Bedrückte fluchen:

Dass man ohne Furcht vor Blutgesinde
Froh für sich die Weizengarben binde;
Dass der Sohn des Vaters Segen erbe,
Und ein jeder wo er wünschet sterbe.

Werd' ich noch den Göttertag erleben,
Wo die Hand nur Brüdern Brüder geben?
Wo kein Erdensohn den Schöpfer höhnet,
Und als Knecht dem Nebenmenschen frönet?

Wo Natur ihr großes Werk vollendet,
Einem jeden seine Spende spendet?
Wo in schönen neugebornen Tagen
Menschen nur noch ihre Leiden tragen?

Wo Tyrannen boshaft nicht die Klauen
In das trockne Mark der Brüder hauen;
Wo kein Mensch hinauf zu Menschen wanket,
Und gegeißelt für die Gnade danket?

Wo das Schwert nicht bloß das Recht besiegelt,
Und dem Rechte jeden Weg verriegelt;
Wo nicht Tod und Ketten edeln Bürgern
Heilig drohen von gedungnen Würgern?

Vater, gib mir Mut und lass mich hoffen;
Noch wird einst vielleicht der Punkt getroffen;
Noch lernt man vielleicht einst dich verstehen
Und die Wege deines Lichtes gehen.

Vater, gib mir Kraft, wenn Pflicht mich fodert,
Kraft, so groß wie Feuer in mir lodert,
Dass ich ohne Furcht die Wahrheit sage,
Und für deine Wahrheit alles wage.

Wenig hab' ich noch in meinem Leben
Für die gute Sache hingegeben,
Bin vielleicht an meinem Wanderstabe
Nur an Bart ein Mann, an Geist ein Knabe.

Durst nach Taten brennt in meiner Seele,
Taten, die mein guter Engel zähle:
Werd' ein Held im Blut der Menschheit Rute;
Wahre Größe ist nur wahres Gute.

Vater, hilf die Stunden mir gewinnen,
Bis der Urne letzte Tropfen rinnen;
Dass ich dann in meines Lebens Buche
Nicht vergebens meine Werke suche.

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Wersch (geb. 1964), www.literaturnische.de

35

geworden
kein Frühlingskind mehr
nur noch ein Aprilnarr
ausgebreitet und festgelegt in
Biographie und Kammer
sounwohl alsauchschlecht
für Wärme und Kälte isoliert

draußen fallen dicke Flocken
auf ausschlagende Zweige
kratzen an Glas
tupfen verkrauchte Knospen an
wirbeln zwischen programmreichem Satellit
und durch Empfangsschüsseln auf überzuckerten Dächern
bis in den Fernsehschirm
noch klirrt kein Frost
noch ist der Film erkenntlich
bald lecken feuchte Böen
den weißen Spuk hinweg

trunken von alten Küssen und Weinen
mehr schon als Hälfte
des Lebens vergeben

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