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Hans Aßmann von Abschatz (1646-1699)

In vollem Saus...

In vollem Saus und Schwarm acht Tage närrisch sein,
Heißt sich zur Fasten-Zeit vernünftig richten ein.

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Angelus Silesius (1624-1677)

Das vermögende Unvermögen

Wer nichts begehrt, nichts hat, nichts weiß, nichts liebt, nichts will
Der hat, der weiß, begehrt, und liebt noch immer viel.

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Angelus Silesius (1624-1677)

Ohne warum

Die Ros ist ohn warum, sie blühet, weil sie blühet,
Sie acht' nicht ihrer selbst, fragt nicht ob man sie siehet.

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Oskar Blumenthal (1852-1917)

Das ist ein hässliches Gebrechen...

Das ist ein hässliches Gebrechen,
wenn Menschen wie die Bücher sprechen.
Doch reich und fruchtbar sind für jeden
die Bücher, die wie Menschen reden.

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Oskar Blumenthal (1852-1917)

Du willst bei Fachgenossen...

Du willst bei Fachgenossen gelten?
Das ist verlorne Liebesmüh.
Was dir missglückt, verzeihn sie selten,
Was dir gelingt, verzeihn sie nie!

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Wilhelm Busch (1832-1908)
www.lyrik-lesezeichen.de/gedichte/wilhelm_busch.php

Fortuna lächelt...

Fortuna lächelt, doch sie mag
nur ungern voll beglücken;
Schenkt sie uns einen Sommertag,
so schenkt sie uns auch Mücken.

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Daniel Czepko von Reigersfeld (1605-1660)

Schweigendes Hören, Hörendes Schweigen

Indem ich schweig, hab ich viel mehr von mir erfahrn,
Als vor mir ausgeschwätzt viel Weis’ in hundert Jahrn.

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Dogen (1200-1253)

Ach, den Wolken gleich...

Ach, den Wolken gleich treiben wir durch Geburten und Tode!
Den Pfad des Unwissens und den Pfad der Erleuchtung - wir wandeln sie träumend.
In meinem Gedächtnis haftet nur eins, auch nach dem Erwachen:
Des Regens Rauschen, dem einst des Nachts in der Hütte ich lauschte.

(aus dem Japanischen von ?)

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Emanuel Geibel (1815-1884)

Der Maulwurf hört...

Der Maulwurf hört in seinem Loch
Ein Lerchenlied erklingen
Und spricht: "Wie sinnlos ist es doch,
Zu fliegen und zu singen!"

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Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
www.lyrik-lesezeichen.de/gedichte/goethe.php

Spruch, Widerspruch

Ihr müsst mich nicht durch Widerspruch verwirren!
Sobald man spricht, beginnt man schon zu irren.

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Franz Grillparzer (1791-1872)

Prostitution

Was soll das sittliche Gekreisch
Verdammend die und jene?
Am Tische hasst nur der das Fleisch,
Der selber ohne Zähne.

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Franz Grillparzer (1791-1872)

In Politik...

In Politik zwei wichtge kleine Dinger
Sind Daumen eben und Zeigefinger,
Sie halten die Feder,
Das weiß ein jeder.
Doch Wichtgres noch wird oft durch sie betrieben,
Wenn sie sich übereinander schieben.

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Franz Grillparzer (1791-1872)

Das sind die Starken...

Das sind die Starken,
die unter Tränen lachen,
eigene Sorgen verbergen
und andere fröhlich machen.

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Andreas Gryphius (1616-1664)
www.lyrik-lesezeichen.de/gedichte/andreas_gryphius.php

Auf den letzten Dezember

Das alte Jahr ist hin! Wir Menschen mit dem Jahr,
Noch nehmen wir der Zeit und Jahre nimmer wahr,
Wie kommts dass wir nicht sehn dass hier nichts könne stehn
Was zeitlich, in dem selbst die Zeit muss schnell vergehn.

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Paul Heyse (1839-1914)

Wie soll man in der Welt...

Wie soll man in der Welt sich regen?
Wer Unrecht hat, der büßt's mit Schlägen,
Wer Recht behält, den liebt man nicht,
Und wer neutral bleibt, heißt ein Wicht.

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