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Angelus Silesius (1624-1677)

Die schönste Weisheit

Mensch, steig nicht allzu hoch, bild dir nichts übrigs ein,
Die schönste Weisheit ist, nicht gar zu weise sein.

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Friedrich von Bodenstedt (1819-1892)

Nehmt hin mit Weinen oder Lachen...

Nehmt hin mit Weinen oder Lachen,
was euch das Schicksal gönnt -
kein König kann euch glücklich machen,
wenn ihr es selbst nicht könnt.

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Wilhelm Busch (1832-1908)
www.lyrik-lesezeichen.de/gedichte/wilhelm_busch.php

Fortuna lächelt...

Fortuna lächelt, doch sie mag
nur ungern voll beglücken;
Schenkt sie uns einen Sommertag,
so schenkt sie uns auch Mücken.

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Daniel Czepko von Reigersfeld (1605-1660)

Bleib unten

Wer in der Ewigkeit will einen Anfang gründen,
Stürzt in das End: und wird sein End im Ende finden.

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Daniel Czepko von Reigersfeld (1605-1660)

Sei mehr als ein Mensch

Erkenne selber dich. Wer sich erkennen kann,
Trifft inner sich oft mehr als einen Menschen an.

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Daniel Czepko von Reigersfeld (1605-1660)

Schweigendes Hören, Hörendes Schweigen

Indem ich schweig, hab ich viel mehr von mir erfahrn,
Als vor mir ausgeschwätzt viel Weis’ in hundert Jahrn.

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Fred Endrikat (1890-1942)

Höhere Gewalt

Wenn Stürme brausen und Gewitter dräun,
gefährden sie zuerst des Turmes Spitze.
Der Maulwurfshügel drunten kann sich freun,
in einen Misthauf' schlagen keine Blitze.

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Theodor Fontane (1819-1898)
www.lyrik-lesezeichen.de/gedichte/theodor_fontane.php

Es hilft uns kein Gedeutel...

Es hilft uns kein Gedeutel,
so nimm es, wie es fällt:
Der eine hat den Beutel,
der andre hat das Geld.
Es lässt sich nichts erklopfen:
Der eine hat den Wein,
der andre hat den Pfropfen.
Man muss zufrieden sein!

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Emanuel Geibel (1815-1884)

Liebe, die von Herzen...

Liebe, die von Herzen liebt,
Ist am reichsten, wenn sie gibt;
Liebe, die von Opfern spricht,
Ist schon rechte Liebe nicht.

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Emanuel Geibel (1815-1884)

Die Zeit ist wie ein Bild von Mosaik...

Die Zeit ist wie ein Bild von Mosaik;
Zu nah beschaut, verwirrt es nur den Blick;
Willst du des Ganzen Art und Sinn verstehn,
So musst du's, Freund, aus rechter Ferne sehn.

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Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
www.lyrik-lesezeichen.de/gedichte/goethe.php

Erinnerung

Willst du immer weiter schweifen?
Sieh, das Gute liegt so nah.
Lerne nur das Glück ergreifen,
Denn das Glück ist immer da.

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Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
www.lyrik-lesezeichen.de/gedichte/goethe.php

Leise müsst ihr...

Leise müsst ihr das vollbringen,
Die gelinde Macht ist groß;
Wurzelfasern, wie sie dringen,
Sprengen wohl die Felsen los.

(Aus dem Festspiel "Des Epimenides Erwachen".)

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Anastasius Grün (1808-1876)

In der Welt fährst du am besten...

In der Welt fährst du am besten,
Sprichst du stolz mit stolzen Gästen,
Mit bescheidenen bescheiden,
Aber wahr und klar mit beiden.

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Muhammad Schams ad-Din Hafis (um 1320-1390)

Über Sein und Nichtsein...

Über Sein und Nichtsein sei
Kummerlos und sorgenfrei;
Denn von jedem Sein, wie hoch,
ist Nichtsein das Ende doch.

(aus dem Persischen von Friedrich Rückert)

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Friedrich Haug (1761-1829)

Cäsar

Er kommt, er schaut, er siegt,
Er herrscht, er unterliegt.

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