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Hans Aßmann von Abschatz (1646-1699)

Hoffnung gleichet einem Wilde...

Hoffnung gleichet einem Wilde,
Das ein jeder fangen kann,
Sie ist allen Herzen milde,
Wer sie will, der trifft sie an,
Ähnlich einem Schatten-Bilde,
Folget der Begierden Bahn.
Hoffnung gleichet einem Wilde,
Das ein jeder fangen kann.

Solche Freude quillt vom Hoffen,
Die bei allen kehret ein.
Keiner, der nach ihr gerufen,
Höret ein betrübtes Nein,
Wer ihr Ohr und Herz hält offen,
Kann allzeit vergnüget sein.
Solche Freude quillt vom Hoffen,
Die bei allen kehret ein.

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Cäsar Flaischlen (1864-1920)

Kopf hoch!

Weil dir ein goldener Traum zerronnen,
was hast du drum für herbe Qual?!
es ist doch nicht das erste Mal,
dass dich enttäuscht, was du begonnen!

Den Kopf hoch! auf! wozu verzagen
kleingläubig gleich und hoffnungslos?!
dein Mut schien doch so riesengroß,
das Letzte selber kühn zu wagen!

Auf drum und weiter! ohne Bangen!
und wenn's dir noch soviel entlaubt!
Wer will und an sein Können glaubt,
wird immer an sein Ziel gelangen!

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Theodor Fontane (1819-1898)

Zerstoben sind die Wolkenmassen...

Zerstoben sind die Wolkenmassen,
Die Morgensonn’ ins Fenster scheint:
Nun kann ich wieder mal nicht fassen,
Dass ich die Nacht hindurch geweint.

Dahin ist alles, was mich drückte,
Das Aug' ist klar, der Sinn ist frei,
Und was nur je mein Herz entzückte,
Tanzt wieder, lachend, mir vorbei.

Es grüßt, es nickt; ich steh' betroffen,
Geblendet schier von all dem Licht:
Das alte, liebe, böse Hoffen –
Die Seele lässt es einmal nicht.

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Franz Freiherr von Gaudy (1800-1840)

Hoffnung

Hoffnung schlummert tief im Herzen
Wie im Lilienkelch der Tau
Hoffnung taucht, wie aus den Wolken
Nach dem Sturm des Himmels Blau
Hoffnung keimt, ein schwaches Hälmchen
Auch aus nackter Felsenwand
Hoffnung leuchtet unter Tränen
Wie im Wasser der Demant

Schon so tausendfach betrogen
Armes, schwaches Menschenherz
Immer wendest du dich wieder
Gläubig trauernd himmelwärts
Wie Arachne unverdrossen
Täglich neue Netze spannt
Kreuze auch durch ihre Fäden
Täglich rau des Schicksals Hand

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Emanuel Geibel (1815-1884)

Hoffnung

Und dräut der Winter noch so sehr
Mit trotzigen Gebärden,
Und streut er Eis und Schnee umher,
Es muss doch Frühling werden.

Und drängen die Nebel noch so dicht
Sich vor den Blick der Sonne,
Sie wecket doch mit ihrem Licht
Einmal die Welt zur Wonne.

Blast nur, ihr Stürme, blast mit Macht,
Mir soll darob nicht bangen,
Auf leisen Sohlen über Nacht
Kommt doch der Lenz gegangen.

Da wacht die Erde grünend auf,
Weiß nicht, wie ihr geschehen,
Und lacht in den sonnigen Himmel hinauf
Und möchte vor Lust vergehen.

Sie flicht sich blühende Kränze ins Haar
Und schmückt sich mit Rosen und Ähren
Und lässt die Brünnlein rieseln klar,
Als wären es Freudenzähren.

Drum still! Und wie es frieren mag,
O Herz, gib dich zufrieden;
Es ist ein großer Maientag
Der ganzen Welt beschieden.

Und wenn dir oft auch bangt und graut,
Als sei die Höll’ auf Erden,
Nur unverzagt auf Gott vertraut!
Es muss doch Frühling werden.

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Friedrich Hölderlin (1770-1843)
www.lyrik-lesezeichen.de/gedichte/hoelderlin.php

An Neuffer

Noch kehrt in mich der süße Frühling wieder,
Noch altert nicht mein kindischfröhlich Herz,
Noch rinnt vom Auge mir der Tau der Liebe nieder
Noch lebt in mir der Hoffnung Lust und Schmerz.

Noch tröstet mich mit süßer Augenweide
Der blaue Himmel und die grüne Flur,
Mir reicht die Göttliche den Taumelkelch der Freude,
Die jugendliche freundliche Natur.

Getrost! es ist der Schmerzen wert, dies Leben,
So lang uns Armen Gottes Sonne scheint,
Und Bilder bessrer Zeit um unsre Seele schweben,
Und ach! mit uns ein freundlich Auge weint.

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Friedrich Rückert (1788-1866)

Schmeichelndste der Lügnerinnen...

Schmeichelndste der Lügnerinnen,
Hoffnung,
Lass die Täuschung nicht zerrinnen,
Hoffnung.

Webe zu dein Truggewebe,
Fahr' nur
Fort, den goldnen Duft zu spinnen,
Hoffnung!

Einen Schleier über Mutter-
Augen,
Blendwerk über Muttersinnen,
Hoffnung!

Dass sie wähne, mütterliche
Pflege
Müss' es über'n Tod gewinnen,
Hoffnung!

Dass sie in des Sterbeflämmchens
Zucken
Neues Leben seh' beginnen,
Hoffnung!

Halt am Krankenbett die Kranke
Aufrecht,
Wärterin der Wärterinnen,
Hoffnung!

Weil du von mir bist entflohen,
Floh ich;
Bleib du bei der Mutter drinnen,
Hoffnung!

Wer, wenn alle sie verlassen,
Bleibt ihr,
Wenn auch du noch gehst von hinnen,
Hoffnung?

Einer bleibt, von dem gesandt du
Selber
Schwebst herab von jenen Zinnen,
Hoffnung!

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Friedrich Rückert (1788-1866)

Die Schwalb' ist angekommen...

Die Schwalb' ist angekommen,
Und in Besitz genommen
Hat sie ihr altes Nest.
Es hanget noch und schwebet
An seinem Ort, sie klebet
Mit neuer Kunst es fest.

Sie lässt sich's nicht verdrießen,
Die Lücken rings zu schließen,
Und brütet freudenreich.
Wohlauf, du mein Gemüte,
Nicht über Kummer brüte,
Und tu's der Schwalbe gleich!

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Friedrich Rückert (1788-1866)

Schlägt dir die Hoffnung fehl...

Schlägt dir die Hoffnung fehl, nie fehlt dir das Hoffen!
Ein Tor ist zugetan, doch tausend sind noch offen.

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Friedrich von Schiller (1759-1805)
www.lyrik-lesezeichen.de/gedichte/schiller.php

Hoffnung

Es reden und träumen die Menschen viel
Von bessern künftigen Tagen,
Nach einem glücklichen goldenen Ziel
Sieht man sie rennen und jagen.
Die Welt wird alt und wird wieder jung,
Doch der Mensch hofft immer Verbesserung.

Die Hoffnung führt ihn ins Leben ein,
Sie umflattert den fröhlichen Knaben,
Den Jüngling locket ihr Zauberschein,
Sie wird mit dem Greis nicht begraben,
Denn beschließt er im Grabe den müden Lauf,
Noch am Grabe pflanzt er – die Hoffnung auf.

Es ist kein leerer schmeichelnder Wahn,
Erzeugt im Gehirne des Toren,
Im Herzen kündet es laut sich an:
Zu was Besserm sind wir geboren!
Und was die innere Stimme spricht,
Das täuscht die hoffende Seele nicht.

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Friedrich Wilhelm Weber (1813-1894)

Es wächst viel Brot...

Es wächst viel Brot in der Winternacht,
Weil unter dem Schnee frisch grünet die Saat;
Erst wenn im Lenze die Sonne lacht,
Spürst du, was Gutes der Winter tat.

Und deucht die Welt dir öd und leer,
Und sind die Tage dir rau und schwer,
Sei still und habe des Wandels acht:
Es wächst viel Brot in der Winternacht.

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