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Otto Julius Bierbaum (1865-1910)

Das Mädchen ohne Bräutigam

Wenn ich Braut bin, wenn ich Braut bin,
Will ich haben kein weißes Kleid,
Kein weißes Kleid;
Aus schwarzer Seide, so soll es sein,
Aber viele, viele weiße Rosen drein,
Große, weiße Rosen gestickt.
So will ich gehen, so will ich gehen,
Ganz langsam, langsam an den Altar.
Aber rote Rosen, ganz dunkelrote Rosen
Im Haar.

Und mein Brauthemd? Mein Brauthemd?
Wie soll das sein?
Vom allerfeinsten Linnen
Und schneeweiß soll es sein.
Bloß oben am Halse von Spitzen ein Rand
Und unter den Spitzen ein blaßblaues Band.
So soll mein weißes Brauthemd sein.
Und dein Bräutigam, Mädel, wie soll der sein?
Schön und stark soll mein Bräutigam sein,
Nicht gar so baumlang, aber auch nicht klein,
Und nicht schniegelbügelglatt;
Mit den Augen soll er lachen,
Wenn er im Arme mich hat.

Kennst du so einen?

Gott, bist du dumm! Ich kenne keinen.
Wenn ich einen kennte und hätt ihn lieb,
Mir keine Zeit zum Ausmalen blieb.
Nähm ihn, wie er wäre, ob groß oder klein;
Auch das Brautkleid sollte mir einerlei sein.
Würde nach seinem Auge mich kleiden
In schwarze oder weiße Seiden.
Weiß doch, dass mir alles steht.

So ist dir gar nicht ernst, was du sagst!

Nein bist du dumm, wie so ernst du fragst!
Bloß, dass die Zeit vorübergeht,
Bis er kommt, den ich und der mich mag,
Vermal ich bunt mir so den Tag.
Ach, dann, wenn er da ist, dann, ach, dann,
Mal ich mir weder Kleid noch Mann.
Dann tu ich ... Was denn?
Hasche mich, du!
Na, so komme doch, lauf doch, greif doch zu!
Gott, bist du langsam! Wenn ihr Alle so seid,
Brauch ich niemals ein Hochzeitskleid.

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Gottfried August Bürger (1747-1794)

Am Tag der Vermählung

O Bräutigam, welch eine Braut
wird deinem Arm zur Beute!
Bei meiner Leier schwör ich's laut:
Die Krone schöner Bräute!

Wer zweifelt, wandre hin und her
rings um die alten Gleichen!
Kein schönres Fräulein findet er
in allen Königreichen.

Ihr Blick verheißt ein Paradies;
die Wang ist Morgenröte,
und ihre Stimme tönt so süß
wie König Friedrichs Flöte.

Noch mehr! Des Dichters Phantasei
verrät es seiner Leier,
dass ihre Lippe süßer sei
als Honig und Tokaier.

Ihr schlanker Wuchs ... Doch wie vermag
ich jeden Reiz zu singen?
Kaum reicht ein langer Sommertag,
ihr Loblied zu vollbringen.

Sie weichet nicht in Griechenland
der schönen Namensschwester;
doch hält ihr Herz das goldne Band
der Liebestreue fester. -

Sie hätten in der Wunderzeit
der Riesen und der Mohren
die Paladine weit und breit
zur Dame sich erkoren.

Ihr Name hätt im Feldpanier
den Rittern Mut geschimmert
und Schild und Lanzen im Turnier
zu Tausenden zertrümmert.

Wär sie geboren auf der Flur
in jenen goldnen Jahren,
als ritterliche Lanzen nur
noch Hirtenstäbe waren,

so hätt um sie in Flur und Hain
ein jedes Lied geworben.
Wohl mancher wär in Liebespein,
nach Schäferart, gestorben. -

Sieh, solche Braut zieht deine Hand
hinweg aus unsern Blicken.
Wie neiden wir das fremde Land,
das Helena soll schmücken"

Ach! Welche Nachbarin ersetzt
sie unsern Nachbarssöhnen?
Und welche wird die Reigen jetzt,
wie Helena, verschönen?

Du müsstest wohl mit blankem Speer,
o Mann, sie erst erwerben
und billig schäferlich vorher
ein paar Mal für sie sterben! -

Doch wirst du künftig ohne Leid
sie auf den Händen tragen
und immer nach Verdienst wie heut
ihr Honigwörtchen sagen.

So sei es drum! Wir lassen sie
in Frieden unsretwegen.
Die Liebe segne dich und sie
mit ihrem besten Segen!

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Richard Dehmel (1863-1920)

Nachtgebet einer Braut

O mein Geliebter - in die Kissen
bet ich nach dir, ins Firmament!
O könnt ich sagen, dürft er wissen,
wie meine Einsamkeit mich brennt!

O Welt, wann darf ich ihn umschlingen!
O lass ihn mir im Traume nahn,
mich wie die Erde um ihn schwingen
und seinen Sonnenkuss empfahn.

Und seine Flammenkräfte trinken,
ihm Flammen, Flammen wiedersprühn,
oh Welt, bis wir zusammensinken
in überirdischem Erglühn!

O Welt des Lichtes, Welt der Wonne!
O Nacht der Sehnsucht, Welt der Qual!
O Traum der Erde: Sonne, Sonne!
O mein Geliebter - mein Gemahl!

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Friedrich von Hagedorn (1708-1754)

Zu meiner Zeit...

Zu meiner Zeit, zu meiner Zeit
war noch in Ehen Einigkeit.
Jetzt darf der Mann uns fast gebieten,
Uns widersprechen und uns hüten,
Wo man mit Freunden sich erfreut.
O schlimme Zeit, o schlimme Zeit!
Mit dieser Neuerung im Lande,
Mit diesem Fluch im Ehestande
Hat ein Komet uns längst bedräut.
O schlimme Zeit, o schlimme Zeit!

(Ausschnitt; zum kompletten Text.)

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Roland Pöllnitz (geb. 1958), www.poe-sie.de

Ehespiel

Ihr seid schnell mit dem Ja gewesen,
Habt ihr das Abkommen gelesen,
Das mit der Unterschrift nun gilt,
Sei ihr zu alledem gewillt?

Dem Bräutigame wir nun sagen,
Ab heute darfst du niemals klagen,
An Liebe wird nicht mehr gespart,
Du bleibst der Frohste deiner Art.

Du bist ’ne stattliche Erscheinung
Vertrittst auch deine eigne Meinung,
Egal, was ihr auch noch besprecht,
Behält stets deine Frau das Recht.

Ein Ehepaar ist aus zwei Teilen,
Die lebenslang zusammen weilen,
Der Volksmund weiß es wohl genau,
Der bessre Teil ist ja die Frau.

Die Frau wird den Etat verwalten,
Der Mann wird Taschengeld erhalten,
Das er so froh entgegen nimmt,
Weil es für ihn allein bestimmt.

Komm, lieber Mann, nun sei kein Stoffel,
Stehst du auch unter dem Pantoffel,
Vermeide jede Bockigkeit,
Denn lieben sollst du alle Zeit.

Der Ehemann bleibt brav zu Hause,
Freut sich auf eine Babypause,
Verlässt er den vertrauten Hort,
Hat seine Frau das letzte Wort.

Es darf die Frau niemals vergessen,
Dem Mann zu kochen leckres Essen,
Das dieser keineswegs verschmäht,
Weil Liebe durch den Magen geht.

An Tag und Nächten sollt ihr lieben,
Und eure Träume nicht verschieben,
Das Miteinander ist ein Muss,
Ein Ehesiegel stets der Kuss.

Wenn ihr euch liebt auch noch im Alter,
In Bäuchen flattern bunte Falter,
Habt ihr erreicht des Lebens Ziel,
Dann war es schön – das Ehespiel.

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