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Naturlyrik

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Natur und Folge der Jahreszeiten war wohl immer das Feld, in dem Lyriker am fruchtbarsten geerntet haben, nirgends sind sich konkrete Anschauung und Symbolik so nahe. Diese Auswahl möge das für unsere Zeit der urban-virtuellen Nebenwelten bekräftigen, die sich von den Lebewesen und Rhythmen der Natur immer mehr entfernen.

439 Gedichte von 130 Dichtern

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Das neueste Gedicht aus der Naturlyrik:

Ludwig Thoma (1867-1921)
www.lyrik-lesezeichen.de/gedichte/thoma.php

Urlaubshitze

Überall hört man von Hitze,
Manchen trifft sogar der Schlag,
Nass wird man am Hosensitze
Schon am frühen Vormittag.

Damen, denen man begegnet,
Leiden sehr am Ambopoäng:
»Gott! Wenn es nur endlich regnet!«
Ist der ewige Refräng.

Oberlehrer und Pastoren
Baden sich in diesem Jahr,
Ihre Scham geht auch verloren,
Und man nimmt sie nackicht wahr.

Busen, Hintern, Waden, Bäuche
Zeigt man heuer lächelnd her,
Und wir kriegen schon Gebräuche
Wie die Neger ungefähr.

Wenn das Barometer sänke,
Käme eine bessre Zeit
In bezug auf die Gestänke
Und in puncto Sittlichkeit.

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