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Charlotte von Ahlefeld (1781-1849)

Beim Abschied

Wirst Du in der Ferne mein gedenken,
Wenn die Welt geräuschvoll Dich zerstreut?
Wirst Du oft mir stille Stunden schenken,
Der Erinnrung unsres Glücks geweiht?

Wird kein neues Band mir Dein Vertrauen,
Keines Deine Liebe mir entziehn?
Kann ich ganz auf Deine Treue bauen,
O so nimm mein Herz auf ewig hin!

Immer bleibt es zärtlich Dir ergeben,
Auch wenn nie mein Blick Dich wiedersieht.
Wenn getrennt von Dir mein trübes Leben
Wie ein Seufzerhauch vorüber flieht.

Ach so viele heucheln nur Gefühle
Einer nie gekannten Innigkeit;
Und in dem zerstreuenden Gewühle
Endet schnell der Schwur der Ewigkeit.

Darum will ich nicht Dir Treue schwören,
Aber fest und liebend halt' ich sie,
Und die Zukunft soll Dir ewig lehren
Deiner Freundin Herz vergisst Dich nie.

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Otto Julius Bierbaum (1865-1910)

Weihnachtsfeier

Berge und Wälder und Wiesen und See:
Schnee und Nebel, Nebel und Schnee;
Nieder der Himmel, farblos und fahl;
War er denn heiter und hoch einmal?
Hockende Krähen auf kahlem Geäst, -
Das ist des blutwarmen Lebens der Rest?

Siehe, die Sonne versinkt hinterm See:
Bronzegold taut auf dem glitzernden Schnee,
Taut und verfließt in das flockige Weiß, -
Rundum umstarrt mich lebloses Eis.
Dampfende Nebel umhüllen mich dicht,
Wehen wie Hasshauch mir nass ins Gesicht.
Stechen nicht Augen hervor aus dem Grau,
Augen der lieblosen alten Frau,
Die in der knochigen Hand zurück
Grausam mir hält mein bangsüßes Glück?
Nein doch und nein! Ein lieberes Licht
Lacht mir aus Nebelgrau hell ins Gesicht:
"G'rannt bin i schnell wie der Wind übern Schnee!"
- Mädel, oh du meine Weihnachtsfee!

Schmiegt sie sich an mich dicht und bang,
Wandern wir wortlos im Glockenklang,
Wandern durch Nebel und Nacht und Wind,
Weint an der Brust mir leise das Kind,
Weint, dss getrennt wir müssen, allein,
In der heiligen Weihenacht sein.
Küss ich die Tränen ihr lind vom Gesicht:
Weine nicht, Mädel, geh, weine nicht!
Zündet heut Andern der Liebesmann
Flimmernde Christkindlkerzen an,
Hat er in unseren Herzen entfacht
Eine ewige Weihenacht.
Sind wir auch heute Abend getrennt,
Doch uns im Herzen ein Christbaum brennt.
Dir aus dem Auge ja lacht sein Schein,
Nein doch, du Meine, wir sind nicht allein.
Trag ich dein Herz ja in meiner Brust,
Du auch das meine tragen musst.

Froh mir ein hellwarmes Lächeln dankt,
Fest mich ihr rundvoller Arm umrankt,
Tief saugt ihr Blick sich in meinen ein:
"Nein, oh du Meiner, wir sind nicht allein."
Wandern zurück wir durch Nebel und Wind,
Lacht an der Seite mir selig das Kind.

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Elizabeth Barrett Browning (1806-1861)

Sonette aus dem Portugiesischen Nr. 6

Geh fort von mir. So werd ich fürderhin
in deinem Schatten stehn. Und niemals mehr
die Schwelle alles dessen, was ich bin,
allein betreten. Niemals wie vorher

verfügen meine Seele. Und die Hand
nicht so wie früher in Gelassenheit
aufheben in das Licht der Sonne, seit
die deine drinnen fehlt. Mag Land um Land

anwachsen zwischen uns, so muss doch dein
Herz in dem meinen bleiben, doppelt schlagend.
Und was ich tu und träume, schließt dich ein:

so sind die Trauben überall im Wein.
Und ruf ich Gott zu mir: Er kommt zu Zwein
und sieht mein Auge Zweier Tränen tragend.

(aus dem Englischen von Rainer Maria Rilke)

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Adelbert von Chamisso (1781-1838)

Lebewohl

Wer sollte fragen: wie's geschah?
Es geht auch andern eben so.
Ich freute mich, als ich dich sah,
Du warst, als du mich sahst, auch froh.

Der erste Gruß, den ich dir bot,
Macht' uns auf einmal beide reich;
Du wurdest, als ich kam, so rot,
Du wurdest, als ich ging, so bleich.

Nun kam ich auch Tag aus, Tag ein,
Es ging uns beiden durch den Sinn;
Bei Regen und bei Sonnenschein
Schwand bald der Sommer uns dahin.

Wir haben uns die Hand gedrückt,
Um nichts gelacht, um nichts geweint,
Gequält einander und beglückt,
Und haben's redlich auch gemeint.

Da kam der Herbst, der Winter gar,
Die Schwalbe zog, nach altem Brauch,
Und: lieben? - lieben immerdar? -
Es wurde kalt, es fror uns auch.

Ich werde gehn ins fremde Land,
Du sagst mir höflich: Lebe wohl!
Ich küsse höflich dir die Hand,
Und nun ist alles, wie es soll.

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Ada Christen (1839-1901)

Nach Jahren

Wie seltsam! Unser feiger Mut
Lässt alles Elend uns tragen;
O hätten wir doch den echten Mut,
Das lösende Wort zu sagen.

Wir laufen neben einander her
Und werden müder und müder;
Ich werde blässer und kränker stets
Und du wirst kälter und rüder.

O raffe dich auf und fasse Mut
Und sei zum letzten Mal ein Mann.
Brich du mit einem Wort entzwei,
Was ich nicht länger tragen kann!

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Richard Dehmel (1863-1920)

Nun erst

Hab Dank! wir waren Mann und Weib,
es ist geschehn;
nun lass uns wieder aufrecht gehn,
allein und klar.
Wir wollen uns nicht trüb gebärden;
wir können nun erst Freunde werden,
ganz und wahr.

Du weißt ja gut, wie's enden kann;
am Weg ins Tal,
du sahst, da lag es, einsam, kahl,
das alte Liebesgrab im Wald.
Es war nicht Zufall, was dich führte:
ich wollte prüfen, wie's dich rührte:
du lachtest kalt.

Das tat mir wohl, das klang so frei
aus dir heraus in mich herein.
Doch unten lag im Abendschein
der dunkle See.
Im Wasser spielten lange Streifen;
die schienen glühend sich zu greifen,
der Nix die Fee.

Die Sonne sank; die Wasserglut
ist nun zur Ruh.
Das war nicht Ich, das warst nicht Du,
was uns bezwang.
Denn ob wir unser mächtig waren,
das soll sich nun erst offenbaren.
Hab Dank!

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Emanuel Geibel (1815-1884)

Wiedersehen

Nicht länger konnt’ ich’s stumm ertragen,
Hintrieb’s zu dir mich unruhvoll,
Und alles, alles wollt’ ich sagen,
Davon das Herz mir flutend schwoll.

Ich ging - mir schwankten die Gedanken
Von Angst, von Hoffnung halb erfüllt;
Du aber hattest sonder Wanken
In deinen Stolz dich eingehüllt.

Wohl warst du schön, so schön wie immer,
Nur eines, eines fand ich nicht,
Der Seele wundersamen Schimmer,
Der einst umflossen dein Gesicht.

Fast schien’s, du habest Leid und Wonne
In dir getötet mit Gewalt;
Dein Auge war wie Wintersonne,
So klar, so lächelnd und so - kalt.

Ach, gleich dem zarten Frühlingstriebe,
Den noch im März ein Nachtreif schlug,
Erfror mir da das Wort der Liebe,
Das auf den Lippen schon ich trug.

Der letzte Zauber war gebrochen,
Der mich gebannt so manches Jahr;
Ich weiß nicht mehr, was ich gesprochen,
Ich weiß nur, dass es Torheit war.

Kalt gingen wir. Doch das sind Leiden,
Wofür die Zeit nicht Balsam gibt,
Dass man sich so vermag zu scheiden,
Wenn man dereinst sich so geliebt.

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Leopold Friedrich Günther von Goeckingk (1748-1828)

Das Scheiden

Muss es einmal geschieden sein,
Und ist das Scheiden Pflicht,
So mehre deines Herzens Pein
Durch langes Zögern nicht.
O hätt' ich selber dies bedacht,
Als Morgens schon um vier
Mein Liebchen, nach durchwachter Nacht,
Anklopft' an meine Tür.
Fünf schlug es, und mit nassem Blick'
Ließ sie mich endlich gehn,
Doch schluchzend rief sie mich zurück,
Noch Einmal mich zu sehn.
Hoch ging mein Busen, wie die See,
Mein bleicher Mund ward stumm,
Mein Aug' erlosch bei Liebchens Weh,
Und dreimal kehrt' ich um.
Warum gab ich dem Ruf' Gehör?
Warum war ich so schwach?
Der ersten Trennung folgt nunmehr
Vielleicht die letzte nach.
Scheid' ohne Abschied, wer einmal
Vom Liebchen scheiden muss.
Sonst wird ihr letztes Wort zur Qual,
Zum Dolch ihr Abschiedskuss.

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Friedrich Hebbel (1813-1863)

Scheidelied

Kein Lebewohl, kein banges Scheiden!
Viel lieber ein Geschiedensein!
Ertragen kann ich jedes Leiden,
Doch trinken kann ich's nicht, wie Wein.

Wir saßen gestern noch beisammen,
Von Trennung wusst' ich selbst noch kaum!
Das Herz trieb seine alten Flammen,
Die Seele spann den alten Traum.

Dann rasch ein Kuss vom lieben Munde,
Nicht Schmerz getränkt, nicht Angst verkürzt!
Das nenn' ich eine Abschiedsstunde,
Die leere Ewigkeiten würzt.

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Heinrich Heine (1797-1856)
www.lyrik-lesezeichen.de/gedichte/heinrich_heine.php

Schaff mich nicht ab...

Schaff mich nicht ab, wenn auch den Durst
Gelöscht der holde Trunk;
Behalt mich noch ein Vierteljahr,
Dann hab auch ich genung.

Kannst du nicht mehr Geliebte sein,
Sei Freundin mir sodann;
Hat man die Liebe durchgeliebt,
Fängt man die Freundschaft an.

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Hedwig Lachmann (1865-1918)

Spaziergang

Die Sonne steht schon tief. Wir scheiden bald.
Leis sprüht der Regen. Horch! Die Meise klagt.
Wie dunkel und verschwiegen ist der Wald!
Du hast das tiefste Wort mir nicht gesagt. -

Zwei helle Birken an der Waldeswand.
Ein Spinngewebe zwischen beiden, sieh!
Wie ist es zart von Stamm zu Stamm gespannt!
Was uns zu tiefst bewegt, wir sagen's nie. -

Fühlst du den Hauch? Ein Zittern auf dem Grund
Des Sees. Die glatte Oberfläche bebt.
Wie Schatten weht es auch um unsern Mund -
Wir haben wahrhaft nur im Traum gelebt. -

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Nikolaus Lenau (1802-1850)

Scheiden

Dahin sind Blüten jetzt und Nachtigallen,
Und durch den kahlen, sangverlassnen Strauch
Weht nun des Herbstes einsam kühler Hauch;
Mein Glück ist mit dem Laube abgefallen!

Das ist der Hain, wo ich mit dir oft weilte,
Das ist der Büsche wonnigliche Haft,
Wo uns am Flehen süßer Leidenschaft
Unfesselbar die Zeit vorübereilte.

Du wanderst fort, du willst die Welt durchmessen;
Hier ist der Pfad, so schlangenkrumm und kalt,
Der dich, Geliebter, locket mit Gewalt
Und fortführt in die Fremde, ins Vergessen! -

"Das Schiff bewegt mit seinem Reisedrange
Und stört empor die See aus glatter Ruh;
Doch ist es fort, schließt sich die Welle zu,
Gleichgültig wallt sie fort im alten Gange.

Siehst du von jenem Baum den Raben fliegen?
Von seinem Fortschwung wankt und bebt der Ast
Ein Weilchen noch und kehrt zur alten Rast;
Und deine Klagen werden bald versiegen!"

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Hermann Löns (1866-1914)

Absagebrief

Betrogen hast du mich, mein Schatz,
Und fühlst dich hoch und stolz dabei,
Dass eines Dichters großes Herz
Um deinetwillen gebrochen sei.

So traurig ist es doch noch nicht,
Die Wunde heilt in kurzer Zeit
Und das Gefühl, das mich durchtobt,
Ist nur verletzte Eitelkeit.

Gemüt und Seele - deine Brust
Besaß davon nicht eine Spur:
Du hattest einen schönen Leib
Und warst mein Freudenmädchen nur.

Doch dankbar bin für alles ich,
Für jeden Kuss und jeden Blick,
An all die süßen Stunden denk
Ich immer gerne noch zurück.

Adjüs! wir scheiden ohne Pein,
Kein Antlitz bleich, kein Auge nass -
Schön bist du, doch ich trinke nie
Mit andern aus demselben Glas.

Postscriptum: Dies noch wünsch' ich dir:
Dass deine Seele einst erwacht,
Damit auch du erfahren mögst,
Wie wahre Liebe selig macht.

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Betty Paoli (1814-1894)

Trennung

Was wir gelitten und erduldet
Durch meine Fehler, deine Schwächen,
Was du geirrt, was ich verschuldet -
Wir wollen nicht darüber sprechen.

Wer an dem Zwiespalt unsrer Tage -
Zu lösen nicht und nicht zu schlichten, -
Die größ're Schuld, die klein're trage,
Wir wollen nicht darüber richten.

Ich weiß nur Eins! nur Eines fühle
Im Herzen ich, dem trauervollen:
Wir hätten in dem Weltgewühle
Uns nun und nimmer finden sollen.

Und da wir dennoch uns gefunden,
So lass uns zürnen nicht und klagen
Ob all den Schmerzen und den Wunden,
Die Eins dem Andern wir geschlagen.

Nicht böser Wille ist's gewesen,
Der uns gebracht so herbe Leiden;
Uns trennet unser tiefstes Wesen,
Der Gott im Innern heißt uns scheiden.

Ein Frevel war, was einst wir schwuren
Und Torheit unser Kämpfen, Weinen!
Sich widerstrebende Naturen
Die kann die Liebe nicht vereinen.

Je heißer, sehnender sie ringen
Nach sel'gen Einklangs sanften Frieden,
So tiefer wird es sie durchdringen,
Durch welche Klüfte sie geschieden. -

Und so ist es auch uns ergangen,
Gott weiß allein, mit welchen Qualen
Mit wie verzweiflungsvollem Bangen
Wir für den Irrtum mussten zahlen.

Jetzt ist der Klarheit Tag erschienen -
Lass uns ihn ohne Groll begrüßen
Und, klaglos, auf des Glücks Ruinen
Für Schuld, die nicht die unsre, büßen.

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Rainer Maria Rilke (1875-1926)
www.lyrik-lesezeichen.de/gedichte/rilke.php

Ich ließ meinen Engel...

Ich ließ meinen Engel lange nicht los,
und er verarmte mir in den Armen
und wurde klein, und ich wurde groß:
und auf einmal war ich das Erbarmen,
und er eine zitternde Bitte bloß.

Da hab ich ihm seine Himmel gegeben, -
und er ließ mir das Nahe, daraus er entschwand;
er lernte das Schweben, ich lernte das Leben,
und wir haben langsam einander erkannt...

(Aus: Engellieder.)

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