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Johann Wilhelm Ludwig Gleim (1719-1803)

Der Glückliche

Glücklich ist, wer nimmer liebet,
Wer der Liebe lacht;
Denn wer sich der Lieb’ ergiebet,
Seufzet, sehnt sich, ist betrübet,
Winselt Tag und Nacht;
Sein Gewinsel, sein Gesehne,
Was er denkt, und tut, und spricht,
Wirkt ein einziges Gesicht!
Alles andre Schöne
Rührt ihn nicht.

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Johann Christian Günther (1695-1723)

Die verworfene Liebe

Ich habe genug.
Lust, Flammen und Küsse
Sind giftig und süße
Und machen nicht klug.
Komm, selige Freiheit und dämpfe den Brand,
Der meinem Gemüte die Weisheit entwand.

Was hab ich getan!
Jetzt seh ich die Triebe
Der törichten Liebe
Vernünftiger an;
Ich breche die Fessel, ich löse mein Herz
Und hasse mit Vorsatz den zärtlichen Schmerz.

Was quält mich vor Reu?
Was stört mir vor Kummer
Den nächtlichen Schlummer?
Die Zeit ist vorbei.
O köstliches Kleinod, o teurer Verlust!
O hätt' ich die Falschheit nur eher gewusst!

Geh, Schönheit, und fleuch!
Die artigsten Blicke
Sind schmerzliche Stricke;
Ich merke den Streich.
Es lodern die Briefe, der Ring bricht entzwei
Und zeigt meiner Schönen: Nun leb ich recht frei.

Nun leb ich recht frei
Und schwöre von Herzen,
Dass Küssen und Scherzen
Ein Narrenspiel sei;
Denn wer sich verliebet, der ist wohl nicht klug.
Geh, falsche Syrene, ich habe genug!

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Otto Erich Hartleben (1864-1905)

Die Dummheit spricht...

Die Dummheit spricht aus deinem zarten Antlitz,
die Dummheit schaut aus deinen tiefen Augen,
und öffnest du das rote, süße Mündchen,
so ists, als öffne sich der Quell der Dummheit!
Drum, wie mich auch dein wunderschöner Leib
berauscht und immer wieder noch berauscht,
einmal muss ich dir doch den Abschied geben:
denn deine Dummheit ist nicht zu ertragen.

- Du glaubst, dem Schmerz der Trennung zu erliegen?
O tröste dich, mein liebes, gutes Mädchen:
den Schmerz zu fühlen, bist du auch zu dumm.

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Otto Erich Hartleben (1864-1905)

Rosenmontag

Am Rosenmontag liegen zwei,
die kalten Hände noch verschlungen -
das Leben strömte rau vorbei,
die beiden haben's nicht bezwungen.

Als überwunden grüßen sie
den Sieger, dem das Glück begegnet -
im Tod verbunden, segnen sie
all jene, die das Leben segnet.

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Heinrich Heine (1797-1856)
www.lyrik-lesezeichen.de/gedichte/heinrich_heine.php

Autodafé

Welke Veilchen, stäub'ge Locken,
Ein verblichen blaues Band,
Halb zerrissene Billette,
Längst vergessner Herzenstand -

In die Flammen des Kamines
Werf ich sie verdrossnen Blicks;
Ängstlich knistern diese Trümmer
Meines Glücks und Missgeschicks.

Liebeschwüre, flatterhafte
Falsche Eide, in den Schlot
Fliegen sie hinauf - es kichert
Unsichtbar der kleine Gott.

Bei den Flammen des Kamines
Sitz ich träumend, und ich seh,
Wie die Fünkchen in der Asche
Still verglühn - Gut' Nacht - Ade!

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Heinrich Heine (1797-1856)
www.lyrik-lesezeichen.de/gedichte/heinrich_heine.php

Ich glaub nicht...

Ich glaub nicht an den Himmel,
Wovon das Pfäfflein spricht;
Ich glaub nur an dein Auge,
Das ist mein Himmelslicht.

Ich glaub nicht an den Herrgott,
Wovon das Pfäfflein spricht;
Ich glaub nur an dein Herze,
’nen andern Gott hab ich nicht.

Ich glaub nicht an den Bösen,
An Höll und Höllenschmerz;
Ich glaub nur an dein Auge,
Und an dein böses Herz.

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Heinrich Heine (1797-1856)
www.lyrik-lesezeichen.de/gedichte/heinrich_heine.php

Alte Rose

Eine Rosenknospe war
Sie, für die mein Herze glühte;
Doch sie wuchs, und wunderbar
Schoss sie auf in voller Blüte.

Ward die schönste Ros' im Land,
Und ich wollt die Rose brechen,
Doch sie wusste mich pikant
Mit den Dornen fortzustechen.

Jetzt, wo sie verwelkt, zerfetzt
Und verklatscht von Wind und Regen –
»Liebster Heinrich« bin ich jetzt,
Liebend kommt sie mir entgegen.

Heinrich hinten, Heinrich vorn,
Klingt es jetzt mit süßen Tönen;
Sticht mich jetzt etwa ein Dorn,
Ist es an dem Kinn der Schönen.

Allzu hart die Borsten sind,
Die des Kinnes Wärzchen zieren –
Geh ins Kloster, liebes Kind,
Oder lasse dich rasieren.

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Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau (1616-1679)

Vergänglichkeit der Schönheit

Es wird der bleiche Tod mit seiner kalten Hand
Dir endlich mit der Zeit um deine Brüste streichen,
Der liebliche Korall der Lippen wird verbleichen;
Der Schultern warmer Schnee wird werden kalter Sand,

Der Augen süßer Blitz, die Kräfte deiner Hand,
Für welchen solches fällt, die werden zeitlich weichen,
Das Haar, das itzund kann des Goldes Glanz erreichen,
Tilget endlich Tag und Jahr als ein gemeines Band.

Der wohlgesetzte Fuß, die lieblichen Gebärden,
Die werden teils zu Staub, teils nichts und nichtig werden,
Denn opfert keiner mehr der Gottheit deiner Pracht.

Dies und noch mehr als dies muss endlich untergehen,
Dein Herze kann allein zu aller Zeit bestehen,
Dieweil es die Natur aus Diamant gemacht.

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Nikolaus Lenau (1802-1850)

Das tote Glück

Leis umrauscht von Himmelsquellen,
Süße Sehnsucht in der Brust,
Saß ich einst die mondeshellen
Nächte da in stiller Lust.

Jene Zeit wird nicht mehr kommen;
Himmelsquellen sind versiegt,
Und die Sehnsucht ist verglommen,
Und mein Glück im Grabe liegt.

Weib, du riefst in böser Stunde
Mit dem zauberischen Blick,
Mit dem wonnereichen Munde
Schmeichelnd hin zu dir mein Glück.

Und es kam, ein Kind, und schmiegte
Flehend sich in deinen Arm,
Der es mild umschlang und wiegte,
Als ein weicher Mutterarm.

Nun das Kind in Traumeswonnen,
Hingeschlummert, sich verlor,
Nahmst du still und kaltbesonnen
Deinen Todesdolch hervor.

Scharf geschliffen am Gesteine
Deines Herzens war der Stahl,
Und das Kind, um das ich weine,
Atmete zum letztenmal.

Und du stießest leicht und munter,
Wie ein Steinchen in den Bach,
In das Grab mein Glück hinunter,
Sahst ihm ruhig, lächelnd nach.

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Nikolaus Lenau (1802-1850)

Ohne Wunsch

Ja, mich rührt dein Angesicht
Und dein Herz, das liebevolle,
Aber, Mädchen, glaube nicht,
Dass ich dich besitzen wolle.

Kamst mir durch die Seele wie
Ein süßholdes Lied gedrungen,
Aber wie die Melodie
Musst du wieder sein verklungen.

Meine Freuden starben mir
In der Brust, bestürmt, gespalten,
An den Bahren könnten wir
Nur mit Grauen Hochzeit halten.

Ein zu trüber Lebensgang
Führte mich an steile Ränder,
Kind, mir würde um dich bang,
Flieh, es krachen die Geländer!

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Friedrich von Logau (1605-1655)

Bittre Liebe

Lieben ist ein süßes Leiden,
Wenns nicht bitter wird durch scheiden.
Bittres will ich dennoch leiden,
Dass ich Süßes nicht darf meiden.

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Wilhelm Müller (1794-1827)

Gute Nacht

Fremd bin ich eingezogen,
Fremd zieh' ich wieder aus.
Der Mai war mir gewogen
Mit manchem Blumenstrauß.
Das Mädchen sprach von Liebe,
Die Mutter gar von Eh' -
Nun ist die Welt so trübe,
Der Weg gehüllt in Schnee.

Ich kann zu meiner Reisen
Nicht wählen mit der Zeit:
Muss selbst den Weg mir weisen
In dieser Dunkelheit.
Es zieht ein Mondenschatten
Als mein Gefährte mit,
Und auf den weißen Matten
Such' ich des Wildes Tritt.

Was soll ich länger weilen,
Bis man mich trieb' hinaus?
Lass irre Hunde heulen
Vor ihres Herren Haus!
Die Liebe liebt das Wandern, -
Gott hat sie so gemacht -
Von Einem zu dem Andern -
Fein Liebchen, Gute Nacht!

Will dich im Traum nicht stören,
Wär' Schad' um deine Ruh',
Sollst meinen Tritt nicht hören -
Sacht, sacht die Türe zu!
Ich schreibe nur im Gehen
Ans Tor noch gute Nacht,
Damit du mögest sehen,
Ich hab' an dich gedacht.

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August von Platen (1796-1835)

Des Königs Liebchen

Unser König zog zum Streite,
Seine Liebste zog ihm nach,
Hüllte sich in blanken Harnisch,
Der im Rüstgewölbe lag.

Hüllte sich in blanken Harnisch,
Nahm das Schwert in zarte Hand,
Und sie folgt ihm, aller Orten,
Ewig treu und unerkannt.

Und sie folgt ihm aller Orten,
Folgt ihm bis ins Schlachtgefild,
Und ihr weißer, zarter Busen
War des guten Königs Schild.

Und ihr weißer, zarter Busen
Wallte unterm Panzerhemd;
Nicht erkannte sie der König,
Hielt sie als ein Knappe fremd.

Nicht erkannte sie der König,
Aber wohl verehrt' er sie:
Habe manchen Kampf gestritten,
Solchen Knappen fand ich nie!

Habe manchen Kampf gestritten,
Keinen sah ich, diesem gleich,
Hätt ich tausend solcher Knappen,
Gäb ich wohl mein Königreich.

Hätt ich tausend solcher Knappen,
Dann erkämpft ich mir die Welt!
Also sprach der edle König,
Also sprach der gute Held.

Und es zog der edle König
In die wilde, blut'ge Schlacht,
Vor ihm zog die holde Jungfrau,
Klein in ihrer Männertracht.

Vor ihm zog die holde Jungfrau;
Aber aus der Feinde Schar
Kam ein wilder, mut'ger Reiter,
Der der Hort der Feinde war.

Kommt ein wilder, mut'ger Reiter,
Tapfer gleich dem Cherubim,
Und sein Ruf bewegt die Bäume
Und den Boden unter ihm.

Und sein Ruf bewegt die Bäume
Und des Königs tapfern Sinn,
Denn auf diesen sprengt der Wilde
Mit der rüst'gen Lanze hin.

Denn auf diesen sprengt der Wilde,
Glaubt sich schon am sichern Ziel;
Doch die Jungfrau traf ihn mächtig,
Daß er blutend niederfiel.

Doch die Jungfrau traf ihn mächtig,
Alles stürzt' nun auf sie los;
Ihren zarten, treuen Leichnam
Rettete der König bloß.

Ihren zarten, treuen Leichnam
Ließ er tragen in sein Zelt;
Aber zu des Streites Sieger
Kämpfte sich der gute Held.

Und der Held, des Streites Sieger,
Kehrt bekränzt, nach heil'gem Brauch:
Blut, so spricht er, ist geflossen,
Tränen mögen fließen auch!

Blut, so spricht er, ist geflossen,
Tritt nun in sein prächtig Zelt;
Doch was sieht der edle König,
Was erblickt der gute Held?

Ach, ein Mädchen, sieht der König,
Liegt in Engelsschöne dort,
Er erkennt die Züge wieder,
Doch er spricht kein lautes Wort.

Er erkennt die Züge wieder,
Wirft sich auf die Jungfrau hin,
Küsst den schönen Mund noch einmal
Seiner schönen Retterin.

Küsst den schönen Mund noch einmal,
Wort und Träne ward ihm Stein,
Und er zieht den letzten Atem
Aus den toten Lippen ein.

Zieht von ihr den letzten Atem,
Seinen Zepter wirft er hin,
Und er setzt die Lorbeerkrone
Auf das Haupt der Siegerin.

Und er wand die Lorbeerkrone
Um die blonden Locken her,
Steigt zu Pferde, fliegt von dannen,
Und es sah ihn Keiner mehr!

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William Shakespeare (1564-1616)
www.lyrik-lesezeichen.de/gedichte/shakespeare.php

Sonett CXLVII

Mein Lieben ist ein Fieber, es begehrt
Nur was die Krankheit fristet; all sein Sehnen
Geht auf den Zunder, der das Übel nährt,
Dem kranken, launenhaften Reiz zu frönen.
Vernunft, mein Liebesarzt, weil ich verschmäht
Was er mir riet, hat mürrisch mich verlassen.
Und hoffnungslos erkenn ich nur zu spät
Die Mördertriebe, die den Zügel hassen.
Unheilbar bin ich, nun Vernunft zerstoben,
In ew'ger Unruh ein Besessener:
Gedank' und Urteil, wie im Wahnsinn toben
Blind um die Wahrheit irrend hin und her:
Der ich dich schön gepriesen, hell gedacht,
Die schwarz wie Höll' und finster wie die Nacht.

(aus dem Englischen von Gottlob Regis)

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Percy Bysshe Shelley (1792-1822)

Elegie

Wenn die Lampe zerschmettert,
Ist ihr Licht im Staube verglüht;
Wenn die Ros entblättert,
Ist ihr Duft im Winde versprüht;
Wenn die Laute zerbrochen,
Ist ihr lieblicher Klang verhallt;
Wenn die Lippen gesprochen,
Ist ihr Wort vergessen, wie bald!

So wie Klang und Schimmer
Nicht Lampe und Laut überlebt:
Stummer Seel auch nimmer
Sich wieder ein Lied enthebt -
Nur ein trübes Träumen,
Wie der Wind durch Trümmer streift,
Wie der Woge Schäumen
Dem Schiffer sein Grablied pfeift.

Liebten sich zwei Herzen:
Bald flieht, ach! die Lieb aus dem Nest;
Das schwächre hält in Schmerzen
An seiner Liebe noch fest.
O Lieb, die alle Wesen
Der Schwäche du zeihst so arg,
Was hast du dir erlesen
Den Schwächsten zur Wieg und zum Sarg?

Sein Sehnen wird dich wiegen,
Wie der Sturm die Raben wiegt;
Vernunft wird Ruh dir lügen,
Wie die Sonn im Winter lügt.
Dein Nest wird ganz zerfallen,
Deines Adlerhorstes beraubt,
Wirst du ein Spott sein allen,
Wenn der Herbst die Flur entlaubt.

(aus dem Englischen von Adolf Strodtmann)

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