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Friedrich Wilhelm Gotter (1746-1797)

Die Eifersucht

Eifersucht, der Liebe Hölle!
Elend, elend, wer dich fühlt,
Wenn dein Dolch, getränkt mit Gifte
Ratlos in dem Busen wühlt;
Wenn der Seele Tiefen zittern,
Wie die Fluten in Gewittern;
Und kein Wort, kein Wort des Trostes
Deiner Marter Gluten kühlt;
Eifersucht, der Liebe Hölle!
Elend, elend, wer dich fühlt!

Eifersucht, der Liebe Himmel!
Selig, selig, wer dich fühlt!
Wenn ein Wort, ein Wort des Trostes
Deiner Marter Gluten kühlt;
Wenn der Reue Thräne fließet;
Wenn Versöhnung uns umschließet;
Und der Nektar ihres Kusses
Alle Spuren des Verdrusses
Aus der Seele Tiefen spült;
Eifersucht, der Liebe Himmel!
Selig, selig, wer dich fühlt!

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Franz Grillparzer (1791-1872)

Eifersucht ist eine Leidenschaft...

Eifersucht ist eine Leidenschaft,
Die mit Eifer sucht, was Leiden schafft.

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Johann Gottfried Herder (1744-1803)

Eifersucht

O Leben wie im Himmelreich,
Zwei Herzen, edel und sich gleich
Und Eins! Ein Wunsch, ein süßes Streben
Nach Glück, ein Glück, ein Liebeleben!
Ein Himmelreich! - Nur, Himmelreich,
Auch Du, auch Du
Hast einen Feind der Ruh,
Die Hyder Eifersucht! Und, Gott, was ist ihr gleich!

Was sonst wie scharf die Liebe trifft,
Reiz ist es, Salz, nicht fressend Gift!
Not, Blöde, Trennung, Hindernisse,
Was ist's, das Liebe mehr versüße,
Mehr lohne! - Aber hier in Not,
Wer gibt mir Ruh?
Wer Trost für Dich, o Du,
Du Hölleneifersucht? - Auf dieser Welt? - Nur Tod!

Sie fälschet, blendet, gaukelt an
Die ganze Welt mit Lügenwahn,
Führt, Irrlicht, uns auf welche Wege
Voll Nacht, voll Graun! Auf Höllenwege!
Wie Teufel martern, martert sie
Das arme Herz
Mit glühndem, langen Schmerz.
Ach, Alles, Alles leid' ich - Dich, o Dich nur nie!

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Georg Heym (1887-1912)

Eifersucht

Die Straße wird zu einem breiten Strich.
Die Häuser werden weiß wie eine Wand.
Die Sonne wird ein Mond. Und unbekannt,
Gleichgültig, fremd, ein jedes Angesicht.

Sie sehen aus wie Blätter von Papier,
Weiß, unbeschrieben. Aber hinten winkt
Ein schlankes blaues Kleid, das fern versinkt
Und wieder auftaucht, und sich fern verliert.

Auf seinem Nacken sitzt die Eifersucht.
Ein altes Weib, gestiefelt. Einen Dorn
Bohrt in das Hirn sie ihm, und haut den Sporn
In ihres Reittiers weicher Flanken Bucht.

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Else Lasker-Schüler (1869-1945)

Eifersucht

Denk' mal: Wir beide
Zwischen feurigem Zigeunervolk
Auf der Heide.
Ich zu deinen Füßen liegen,
du, die Fiedel spielend,
Meine Seele einwiegend
Und der brennende Steppenwind
Saust um uns.

... Aber die Mariennacht verschmerz' ich nicht ...
Die Mariennacht!
Da ich dich sah
Mit er Einen ....
Wie duftendes Schneien
Fielen die Blüten von den Bäumen.
Die Mariennacht verschmerz' ich nicht ...
Die blonde Blume in deinen Armen nicht!

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Else Lasker-Schüler (1869-1945)

Höre

Ich raube in den Nächten
Die Rosen deines Mundes,
Dass keine Weibin Trinken findet.

Die dich umarmt,
Stiehlt mir von meinen Schauern,
Die ich um deine Glieder malte.

Ich bin dein Wegrand.
Die dich streift,
Stürzt ab.

Fühlst du mein Lebtum
Überall
Wie ferner Saum?

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Detlev von Liliencron (1844-1909)

Die gelbe Blume Eifersucht

Was war das, drückt er ihr leise die Hand,
Als gestern Abend er neben ihr stand,
Der Hund, der Hund!
Heut sah sie den ganzen Tag hinaus:
Wann wird er kommen.
Und als er um die Ecke bog,
Das Rot ihr in die Schläfen flog.
Das soll dir nicht frommen,
Du Hund, du Hund!

Heut Abend, ich lauschte, in heimlicher Stund'
Er küsste sie zärtlich auf Augen und Mund,
Der Hund, der Hund!
Nun lauer' und schleich ich im Säulengang
Auf Katzenpfoten.
Meinen Dolch betast' ich wohl hundertmal,
In die Brust ihn dir brech' ich für alle die Qual,
Als Liebesboten,
Du Hund, du Hund!

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Hermann Löns (1866-1914)

Absagebrief

Betrogen hast du mich, mein Schatz,
Und fühlst dich hoch und stolz dabei,
Dass eines Dichters großes Herz
Um deinetwillen gebrochen sei.

So traurig ist es doch noch nicht,
Die Wunde heilt in kurzer Zeit
Und das Gefühl, das mich durchtobt,
Ist nur verletzte Eitelkeit.

Gemüt und Seele - deine Brust
Besaß davon nicht eine Spur:
Du hattest einen schönen Leib
Und warst mein Freudenmädchen nur.

Doch dankbar bin für alles ich,
Für jeden Kuss und jeden Blick,
An all die süßen Stunden denk
Ich immer gerne noch zurück.

Adjüs! wir scheiden ohne Pein,
Kein Antlitz bleich, kein Auge nass -
Schön bist du, doch ich trinke nie
Mit andern aus demselben Glas.

Postscriptum: Dies noch wünsch' ich dir:
Dass deine Seele einst erwacht,
Damit auch du erfahren mögst,
Wie wahre Liebe selig macht.

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Johann Martin Miller (1750-1814)

Die Eifersucht

Ich habe sie gesehen!
Sie stand am Rosenbusch mit ihm.
Vertraulich war
Ihr Blick, und Zärtlichkeit darin.

Da bebt' ich blass vorüber;
Die falsche Seele barg sich mir,
Ihr Busen schlug,
Wie er nur Sündern schlagen kann.

O könnt' ich sie vergessen!
Doch an ihr Herz gebunden ist
Das meinige,
Und sie nur riss sich grausam los.

Und Rache! - Ja, beim Himmel!
Der süßeste Gedanke wär's!
Der süßeste,
O wär' er edel auch dabei!

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Christian Felix Weiße (1726-1804)

Die Eifersucht

Ja, ja, ich weiß es, glaube mir,
Ich sah es selbst, dass Damon hier
Vertraulich mit dir sprach:
Ich merkt es auch, dass er dich pries,
Und sah es, da er dich verließ,
Sahst du, gestehs, ihm lächelnd nach.

Ich bin gutherziger Natur:
Dies weiß der Schalk, o wüsst ich nur,
Wie man recht böse tut. – –
Geh mit den kleinen Schmeichelein:
Ich will nun nicht geküsset sein,
Du küssest mich nur wieder gut.

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Christian Wernicke (1661-1725)

Die eifersüchtige Mira

Ob gleich gerechte Rach' auf Miras Wangen glühet,
Und Zorn und Eifersucht ihr aus den Augen siehet;
Ist Mira gegen mich gleich noch so sehr erhitzt:
So seh' ich doch, dass sie dem Himmel immer gleichet,
Der schön und lieblich ist, wenn Wolk' und Nebel weichet;
Erschrecklich und doch schön, indem er stürmt und blitzt.

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Bruno Wille (1860-1928)

Des Knappen Eifersucht

Was spornest du den Rappen?
Wohin die blinde Flucht?
Es narrt dich tollen Knappen
Ein Traum der Eifersucht./

"Als Geier möcht ich steigen,
Mein Flug ging’ hoch hinaus
Und sollte dann sich neigen
Zu meiner Gräfin Haus.

Ich schlüge mit dem Flügel
An ihre Kammertür,
Bis aufgesprengt der Riegel,
Und bleich sie träte für.

Bei ihrem stolzen Nacken
Wollt ich die Flechten fest
Mit starkem Schnabel packen:
Nun komm ins Geiernest!

Ich wollt aus scharfen Augen
Ihr spähen seelenwärts.
Fänd ich den Grund nicht taugen,
Zerhackt ich ihr das Herz.

Und aber aus den Lüften
Ich kreischend niederstieß
Und wollte mich zerklüften
Am Wetterfahnenspieß."

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