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Otto Julius Bierbaum (1865-1910) Schneelied zu Weihnachten Du trittst mich, singt der Schnee, Es wurde zerschlagen. Verloschen ists nicht.
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Otto Julius Bierbaum (1865-1910) Weihnachtsfeier Berge und Wälder und Wiesen und See:
Siehe, die Sonne versinkt hinterm See:
Schmiegt sie sich an mich dicht und bang,
Froh mir ein hellwarmes Lächeln dankt,
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Victor Blüthgen (1844-1920) Nun wandelt auf verschneiten Wegen... Nun wandelt auf verschneiten Wegen
Ein Opferduft aus Tannenzweigen,
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Georg Busse-Palma (1876-1915) Zigeuners Weihnachten Durch das Dunkel des Waldes überm Tannenreis,
Müd' lös' ich die Riemen am rissigen Schuh
Und plötzlich werden die Augen mir nass,
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Joseph von Eichendorff (1788-1857) Weihnachten Markt und Straßen stehn verlassen
An den Fenstern haben Frauen
Und ich wandre aus den Mauern
Sterne hoch die Kreise schlingen
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Gustav Falke (1853-1916) Weihnachtswunder Durch den Flockenfall
Herz, was zitterst du
Was verloren war,
O du Nacht des Herrn
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Arno Holz (1863-1929) Und wieder nun lässt aus dem Dunkeln... Und wieder nun lässt aus dem Dunkeln
So heimlich war es die letzten Wochen, Mitten im Zimmer steht nun der Baum!
Man reibt sich die Augen und glaubt es kaum ...
Ein alter Herr mit weissen Bäffchen
In den offenen Mäulerchen ihre Finger,
Und zwar zumeist um unser Bureau. Nur eben heute nicht, heute, heute!
Über uns kommt es wie ein Traum,
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Gottfried Keller (1819-1890) Christmarkt vor dem Berliner Schloss Welch lustiger Wald um das hohe Schloss
Anstatt der warmen Sonne scheint
Es ist ein fröhliches Leben im Wald,
Der eine kauft ein bescheidnes Gewächs
Dort feilscht um ein winziges Kieferlein
Mit rosiger Nase schleppt der Lakai
Und kommt die Nacht, so singt der Wald
Einst sah ich einen Weihnachtsbaum:
Und zwischen den Ästen waren schön
Hell schien der Mond ihr ins Gesicht,
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Hermann von Lingg (1820-1905) Die weiße Weihnachtsrose Wenn über Wege tiefbeschneit
Kein Blümchen sonst auf weiter Flur;
Doch ist's geschehn, nimmt fühlbar kaum
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Jakob Loewenberg (1856-1929) An der Straßenecke An der Straßenecke, in der Häuser Gedränge,
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Conrad Ferdinand Meyer (1825-1898) Weihnacht in Ajaccio Reife Goldorangen fallen sahn wir heute, Myrte blühte,
Uns zu Häupten neben einem morschen Laube flog ein Falter -
Eh das welke Blatt verweht ist, wird die Knospe neu geboren -
Sprich, was träumen deine Blicke? Fehlt ein Winter dir, ein bleicher?
Liebst du doch die langen Sonnen und die Kraft und Glut der Farben!
Horch! durch paradieseswarme Lüfte tönen Weihnachtsglocken!
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Rainer Maria Rilke (1875-1926) Es gibt so wunderweiße Nächte... Es gibt so wunderweiße Nächte,
Weit wie mit dichtem Demantstaube
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Joachim Ringelnatz (1883-1934) Vorfreude auf Weihnachten Ein Kind - von einem Schiefertafel-Schwämmchen
Bald ist es Weihnacht! - Wenn der Christbaum blüht,
Wenn wir im Traume eines ewigen Traumes Wie es sein soll, wie’s allen einmal war.
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Anna Ritter (1865-1921) Christkindchen Wo die Zweige am dichtesten hangen,
Es musste sich wacker plagen,
Zwei spielende Häschen saßen
Doch das Eichhorn hob schnuppernd die Ohren
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Theodor Storm (1817-1888) Weihnachtslied Vom Himmel in die tiefsten Klüfte
Mir ist das Herz so froh erschrocken,
Ein frommer Zauber hält mich wieder,
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Theodor Storm (1817-1888) Zum Weihnachten Mädchen, in die Kinderschuhe
Engel knien an der Schwelle,
Doch du schaust mich an verwundert,
Horch nur auf! Die alten Märchen
Von Schneewittchen bei den Zwergen,
Von Hans Bärlein, der im Streite
Von dem Dichter auch daheime,
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Kurt Tucholsky (1890-1935) Groß-Stadt-Weihnachten Nun senkt sich wieder auf die heim'schen Fluren
Der Asphalt glitscht. Kann Emil das gebrauchen?
Das Christkind kommt! Wir jungen Leute lauschen
Und sitzt der wackre Bürger bei den Seinen,
Und frohgelaunt spricht er vom 'Weihnachtswetter',
So trifft denn nur auf eitel Gück hienieden
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Ernst von Wildenbruch (1845-1909) Weihnacht Die Welt wird kalt, die Welt wird stumm,
Du breitgewölbte Erdenbrust,
Die Winternacht hängt schwarz und schwer,
Da horch - im totenstillen Wald
Und siehe - welch ein Wundertraum:
Da gehen Tür und Tore auf,
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