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Gedichte zur Einladung – Dichter · Titel · Beliebteste · Neueste

Elise Sommer (1767- ?)

Die Einladung

Nach trüben Tagen strahlt die Sonne wieder,
Die seidnen Flügel sanfter Weste wehn
Im stillen Tal, um waldbekränzte Höh'n;
Der Schmetterling schwingt froh sein zart Gefieder;

Ein heitrer Morgen lächelt auf uns nieder,
Die Sonne wallt noch einmal hold und schön
Durch die Natur; im jubelnden Getön'
Erschallen neubelebt der Sänger Lieder;

Doch höher noch wird jede Wonne heute
Der göttlichen Natur, an dessen Seite,
Der Geist und Herz sokratisch – mild vereint!

Du weißt es wohl, wen meine Seele meint;
Komm, edler Freund, zum Forst in jenen Garten,
Wo Sympathie und Freundschaft uns erwarten!

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Gottfried August Bürger (1747-1794)

Einladung

Seid doch einmal mein Gast, Herr Plitt!
Schon bitt' ich euch zu hundert Malen.
Bringt ihr etwa euer Essen mit,
So sollt ihr nur den Wein bezahlen.

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Friedrich Nietzsche (1844-1900)

Einladung

Wagts mit meiner Kost, ihr Esser!
Morgen schmeckt sie euch schon besser
Und schon übermorgen gut!
Wollt ihr dann noch mehr – so machen
Meine alten sieben Sachen
Mir zu sieben neuen Mut.

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Otto Julius Bierbaum (1865-1910)

Einladung

Meine Schwestern, meine Brüder, wollt ihr
Mit mir gehn in meinen großen Garten?
Kommt! Ich lad euch ein. Weit steht er offen.
Freude nenn ichs, wenn ich Gäste habe,
Und mir kann nichts besseres geschehen,
Als ein bisschen Dank aus euren Herzen.

(Ausschnitt)

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Wersch (geb. 1964), literaturnische.de

Einladung

Komm zu mir
wenn dir zwischen gerafften
Sekunden die Seele zerspellt
wenn habgierige Pflichten
an deinem Lächeln nagen

Komm zu mir
ich will dir eine Wiese sein
spiele mit sanften Faltern
kuschle dich ins Gras
wo Lerchen über dir singen

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Friedrich Hölderlin (1770-1843)
www.lyrik-lesezeichen.de/gedichte/hoelderlin.php

Einladung an Neuffer

Dein Morgen, Bruder, ging so schön hervor,
So herrlich schimmerte dein Morgenrot -
Und doch - und doch besiegt ein schwarzer Sturm
Das hehre Licht - und wälzet schreckenvoll
Den grimmen Donner auf dein sichres Haupt!
O Bruder! Bruder! dass dein Bild so wahr,
So schrecklich wahr des Lebens Wechsel deutet!
Dass Disteln hinter Blumengängen lauern -
Und Jammer auf die Rosenwange schielt!
Und bleicher Tod in Jünglingsadern schleicht,
Und bange Trennung treuer Freunde Los
Und edler Herzen Schicksal Druck und Kummer ist!
Da baun wir Plane, träumen so entzückt
Vom nahen Ziel - und plötzlich, plötzlich zuckt
Ein Blitz herab, und öffnet uns die Augen!
Du frägst, warum dies all? - aus heller Laune.
Ich sah im Geist sich deine Stirne wölken,
In deiner Eingezogenheit - da ging
Ich trüben Blicks hinab zu meinem Neckar
Und sah in seine Wogen, bis mir schwindelte -
Und kehrte still und voll der dunklen Zukunft,
Und voll des Schicksals, welches unsrer wartet,
Zurück - und setzte mich, und also ward
Die - freilich nicht erbauliche - Tirade
Vom ungewissen Wechsel unsers Lebens.
Doch - komme du - du scherze mir Tiraden
Und Ahndungen der Zukunft von der Stirne weg,
O komm - es harret dein ein eigen Deckelglas -
Stiefmütterlich soll wahrlich nicht mein Fässchen sein.
Und findst du schon kein Städtermahl, so würzet es
Doch meine Freundschaft, und der Meinen guter Wille.

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August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)

Einladung zur Kirmes

Der Nebel liegt auf Berg und Tal,
Das Feld ist leer, der Wald ist kahl,
Nur frischbesätes Land wird grün,
Nur hie und da noch Blumen blüh'n.

Es schwiegen längst des Waldes Sänger,
Der Tag wird kürzer, die Nacht wird länger.
Da denkt der Herbst: nun ist es Zeit,
Zu scheiden bin ich gern bereit.

Doch dass ihr freundlich denket mein,
So lad' ich euch zur Kirmes ein.
Kommt, Jung und Alt und Groß und Klein,
Heut soll's für Jeden Kirmes sein!

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Arnim/Brentano (Hrsg.)

Einladung zur Martinsgans

Wann der heilge Sankt Martin
Will der Bischofsehr entfliehn,
Sitzt er in dem Gänsestall
Niemand findt ihn überall,
Bis der Gänse groß Geschrei
Seine Sucher ruft herbei.

Nun dieweil das Gickgackslied
Diesen heilgen Mann verriet,
Dafür tut am Martinstag
Man den Gänsen diese Plag,
Dass ein strenges Todesrecht
Gehn muss über ihr Geschlecht.

Drum wir billig halten auch
Diesen alten Martinsbrauch,
Laden fein zu diesem Fest
Unsre allerliebste Gäst
Auf die Martinsgänslein ein,
Bei Musik und kühlem Wein.

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Joachim Ringelnatz (1883-1934)
www.lyrik-lesezeichen.de/gedichte/ringelnatz.php

Schenken

Schenke groß oder klein,
Aber immer gediegen.
Wenn die Bedachten
Die Gaben wiegen,
Sei dein Gewissen rein.

Schenke herzlich und frei.
Schenke dabei
Was in dir wohnt
An Meinung, Geschmack und Humor,
So dass die eigene Freude zuvor
Dich reichlich belohnt.

Schenke mit Geist ohne List.
Sei eingedenk,
Dass dein Geschenk
Du selber bist.

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Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

Trunken müssen wir alle sein...

Trunken müssen wir alle sein!
Jugend ist Trunkenheit ohne Wein;
Trinkt sich das Alter wieder zu Jugend,
So ist es wundervolle Tugend.
Für Sorgen sorgt das liebe Leben,
Und Sorgenbrecher sind die Rehen.

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