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Wilhelm Müller (1794-1827)

König Wein

Der König, dem ich diene,
Als treuer, tapfrer Held,
Er ist der größte König
In Gottes weiter Welt.

Die Fahne, der ich folge,
Sie ist ein grüner Zweig,
Der weht vor allen Schenken
In meines Königs Reich.

Ich trage seine Farbe
In meinem Angesicht:
Auf Kragen und Rabatten
Sieht unser König nicht.

Hochrot ist seine Farbe,
Glänzt wie ein Edelstein,
Die Farbe unsrer Feinde
Hat matten, bleichen Schein.

Ihr General und König
Wird Durst auf Deutsch genannt,
Zieht sengend und verbrennend
Durch unsres Königs Land.

Bibamus, eh bibamus!
Ist unser Feldgesang,
Und unsre Schlachttrompete
Ist voller Gläser Klang.

Auch fehlen nicht die Trommeln,
Auch donnert mancher Schuss:
Wir schlagen auf die Tische,
Wir stampfen mit dem Fuß.

Wir haben scharf geladen,
Wir führen gut Gewehr:
Kanonen sind die Flaschen,
Von edlem Safte schwer.

Wohlauf, wohlauf zum Siege!
Die Nase und der Bart
Sind besser, als im Helme,
In einem Glas bewahrt.

Und wirft ein Hieb mich nieder
In diesem wilden Strauß,
Ich schlafe jede Wunde
In wenig Stunden aus.

Heil dir, mein großer König,
Heil dir und deinem Thron,
Und allen treuen Brüdern
In deinem edlen Fron!

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Nikolaus Götz (1721-1781)

Kunz und Görgel

Welch süße Wohllust, so zu trinken!
Sprach Kunz, und rückte seinen Hut,
Bei neuem Wein und jungen Schinken
Sind allemal die Zeiten gut!
Die Steuer scheinet viel gelinder,
Die Stunden fließen viel geschwinder,
Wenn man bei vollem Glase spricht;
Denn an die Schulden denkt man nicht;
Noch weniger an Weib und Kinder.
Gefiel es, Nachbar Görgel, dir,
Wir blieben bis zum Morgen hier?
Rasch fing sich Görgel an zu blähen;
(Er hatte, wie ein Seraskier,
Den Kopf voll Stangen und voll Höhen)
Ich halte, Vetter Kunz, dafür,
Ihr scheint das Ding nicht zu verstehen,
Und raisonieret, wie ein Tier.
Wir bleiben rechter immer hier:
Es kostet nichts, als wann wir gehen!

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Joseph Viktor von Scheffel (1826-1886)

Kunz von Kauffungen

Kunz von Kauffungen mit zwei Rittern
Saß in der Waldschenk und trank einen Bittern.

Da besoff sich einer von den Rittern,
Fiel untern Tisch, dass die Wände zittern.

Kunz von Kauffungen mit einem Ritter
Saß in der Waldschenk und trank einen Bittern.

Da besoff sich der andre von den Rittern,
Fiel untern Tisch, dass die Wände zittern.

Kunz von Kauffungen ohne die zwei Ritter
Saß in der Waldschenk und trank einen Bittern.

Kunz von Kauffungen ohne die zwei Ritter
Fiel endlich selbst ab - die Wände zittern!

Kunz von Kauffungen mit zwei Rittern
Lag unterm Tisch, besiegt vom Bittern.

Da erholt' sich einer von den Rittern,
Saß in der Waldschenk und trank einen Bittern.

Kunz von Kauffungen mit einem Ritter
Schnarcht unterm Tisch, dass die Wände zittern.

Da erholt' sich der andere von den Rittern,
Saß in der Waldschenk und trank einen Bittern.

Kunz von Kauffungen ohne die zwei Ritter
Schnarcht' unterm Tisch, dass die Wände zittern.

Endlich erholt sich Kunz gleich den zwei Rittern,
Saß in der Waldschenk und trank einen Bittern.

Kunz von Kauffungen mit zwei Rittern
Ließ nach diesem Vorfall die Pferde füttern.

Kunz von Kauffungen mit seinen Rittern
Ritt nach Chemnitz und trank einen Bittern.

Da besoff sich einer von den Rittern,
Fiel untern Tisch, dass die Wände zittern.
etc. etc.
Da capo in infinitum

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Julius Sturm (1816-1896)

Lasst die Pfropfen springen...

Lasst die Pfropfen springen,
Lasst die Gläser klingen,
Sei’s auch ohne Grund!
Nicht allein beim Feste
Ist der Wein das beste.
Leert das Glas zum Reste,
Denn die Welt, die Welt ist rund!

Brüder, um das Morgen
Lasst uns nimmer sorgen,
Küsst dem Heut’ den Mund!
Lasst beim Saft der Reben,
Die der Rhein gegeben,
Diese Stunden leben,
Denn die Welt, die Welt ist rund!

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Vaganten (12. Jahrhundert)

Letzter Wille

Mein Begehr und Willen ist:
In der Kneipe sterben!
Nah den Lippen sei der Wein,
Eh sie sich entfärben.
Und der Englein Sterbechor
Möge für mich werben:
"Lass den wackern Zechkumpan,
Herr, dein Reich ererben!"

Jeder Zecher gehet ein
Zu des Himmel Toren,
So der Jüngling wie der Greis;
Doch im Feuer schmoren
Muss das schlechte Bauernpack;
Die sind nicht geboren
Zu verkosten solchen Trunk
Fein und auserkoren.

Leib und Leben lasst dem Wein
Uns, dem guten, weihen,
Sintemal er innerlich
Schafft ein gut Gedeihen!
Bringt man uns nur Wein genug,
Wann wir darum schreien,
Wöll'n in deinem Himmel wir,
Herr, dich benedeien.

Vinus, Vina, Vinum heißt
Weiner, Weine, Weines.
Masculin und Feminin
Braucht man für Gemeines,
Doch im sächlichen Geschlecht
Liegt was götterfeines,
Das den Trinker kundig macht
Trefflichsten Lateines.

Für die Kirche nicht so sehr
Ist mein Herz erglommen,
Doch die Kneipe war mir stets,
Ist mir stets willkommen,
Bis dereinst die Engel nahn,
Bis mein Ohr vernommen
Ihren Lustgenbruder-Gruß:
"Ewge Ruh den Frommen!"

(aus dem Lateinischen von Ludwig Laistner)

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Wilhelm Busch (1832-1908)
www.lyrik-lesezeichen.de/gedichte/wilhelm_busch.php

Lieder eines Lumpen

Im Karneval, da hab' ich mich
Recht wohlfeil amüsiert,
Denn von Natur war ich ja schon
Fürtrefflich kostümiert.

Bei Maskeraden konnt' ich so
Passieren frank und frei;
Man meinte am Entree, dass ich
Charaktermaske sei.

Recht unverschämt war ich dazu
Noch gegen jedermann
Und hab' aus manchem fremden Glas
Manch tiefen Zug getan.

Darüber freuten sich die Leut
Und haben recht gelacht,
Dass ich den echten Lumpen so
Natürlich nachgemacht.

Nur einem groben Kupferschmied,
Dem macht' es kein Pläsier,
Dass ich aus seinem Glase trank -
Er warf mich vor die Tür.

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Adelbert von Chamisso (1781-1838)

Mäßigung und Mäßigkeit

Lasst das Wort uns geben heute,
Uns vom Trunke zu entwöhnen;
Ziemt sich's für gesetzte Leute,
Wüster Völlerei zu frönen?
Nein, es ziemt sich Sittsamkeit.
Gutes Beispiel will ich geben:
Mäßigung und Mäßigkeit! –
Stoßet an, sie sollen leben! –
Mäßigung und Mäßigkeit! –
Maß! Maß!
Leert darauf das volle Glas!

Seht, ein Glas ist Gottes Gabe,
Und das zweite stimmt uns lyrisch;
Wenn ich gegen drei nichts habe,
Machen viele doch uns tierisch;
Trinket mehr nicht als genung!
Und mein Lied will ich euch singen:
Mäßigkeit und Mäßigung! –
Lasst die vollen Gläser klingen! –
Mäßigkeit und Mäßigung!
Maß! Maß!
Leert darauf das volle Glas!

Seht den Trunkenbold in schrägen
Linien durch die Gassen wanken;
Kommt die Hausfrau ihm entgegen,
Hört sie keifen, hört sie zanken;
Das verdient Beherzigung.
Lasst uns an der Tugend haften:
Mäßigkeit und Mäßigung!
Pereant die Lasterhaften;
Mäßigkeit und Mäßigung!
Maß! Maß!
Leert darauf das volle Glas!

Was hast, Schlingel, du zu lachen?
Will das Lachen dir vertreiben;
Dich moralisch auch zu machen,
Dir die Ohren tüchtig reiben,
Pack dich fort bei guter Zeit!
Doch ich will mich nicht erboßen:
Mäßigung und Mäßigkeit! –
Eingeschenkt und angestoßen! –
Mäßigung und Mäßigkeit!
Maß! Maß!
Leert darauf das volle Glas!

Modus, ut nos docuere,
Sit in rebus, sumus rati;
Medium qui tenuere
Nominati sunt beati;
C'est le juste Milieu zur Zeit!
Ergo! Ergel! – Deutsch gesprochen:
Mäßigung und Mäßigkeit! –
Frisch das Glas nur ausgestochen –
Mäßigung und Mäßigkeit!
Maß! Maß!
Leert darauf das volle Glas!

Nüchtern bin ich, – Wein her! Wein her! –
Immer nüchtern, – das versteht sich. –
Nur das Haus, der Boden, – Nein, Herr,
Nicht betrunken! – Wie doch dreht sich
Alles so um mich im Schwung?
Lass mich, Kellner, lass mich liegen!
Mäßigkeit und Mäßigung! –
Heute muss die Tugend siegen! –
Mäßigkeit und Mäßigung!
Maß! Maß!
Noch ein Glas – so – noch ein Glas!

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Johann Diedrich Gries (1775-1842)

Mein Fall

Er stand am mächtigen Rheinfall
Da kam ihm gleich der Einfall:
O wäre doch der Rheinfall
Kein Wasser - sondern Weinfall!
Dann erst, dann wär er mein Fall!

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Friedrich von Schiller (1759-1805)
www.lyrik-lesezeichen.de/gedichte/schiller.php

Punschlied

Vier Elemente,
Innig gesellt,
Bilden das Leben,
Bauen die Welt.

Presst der Zitrone
Saftigen Stern,
Herb ist des Lebens
Innerster Kern.

Jetzt mit des Zuckers
Linderndem Saft
Zähmet die herbe
Brennende Kraft,

Gießet des Wassers
Sprudelnden Schwall,
Wasser umfänget
Ruhig das All.

Tropfen des Geistes
Gießet hinein,
Leben dem Leben
Gibt er allein.

Eh es verdüftet,
Schöpfet es schnell,
Nur wenn er glühet,
Labet der Quell.

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Anakreonteia (1. Jh. v.u.Z. bis 5.)

Seliger Rausch

Wenn Bakchos erst mich heimgesucht,
Dann schlummern meine Sorgen,
Reich bin ich dann, wie Krösus,
Und singe süße Weisen.

Bekränzt mit Efeu lieg ich,
Im Übermute tret ich
Verachtend alles nieder.
- Schenk ein! es gilt zu trinken!

Reich mir den Becher, Knabe!
Viel besser ist es trunken,
Als tot am Boden liegen.

(Aus dem Altgriechischen von Eduard Mörike)

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Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
www.lyrik-lesezeichen.de/gedichte/goethe.php

Solang man nüchtern ist...

Solang man nüchtern ist,
Gefällt das Schlechte;
Wie man getrunken hat,
Weiß man das Rechte;
Nur ist das Übermaß
Auch gleich zuhanden;
Hafis, o lehre mich,
Wie du's verstanden!

Denn meine Meinung ist
Nicht übertrieben:
Wenn man nicht trinken kann,
Soll man nicht lieben;
Doch sollt ihr Trinker euch
Nicht besser dünken,
Wenn man nicht lieben kann,
Soll man nicht trinken.

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Paul Scheerbart (1863-1915)

Sommernacht

Nun lasst uns wieder preisen
Die große prächtige Sommernacht!
Nun lasst uns wieder trinken
Den schweren Feuertrank!
Nun lasst uns wieder jubeln!
Wir sind ja gar nicht müd und krank.
Nun lasst uns wieder dichten
Den wildesten tollsten Bacchantengesang!
Nun lasst uns lustig selig sein!
Wein! Wein in die alte Laube hinein!

Schon funkeln die Sterne da oben.
Hei! Stürmisch das Glas erhoben!
Sommernacht, sei gepriesen!
Die bunten Lampen bringt auch herbei!
Und auch die besten Zigarren!
In einer prächtigen Sommernacht
Soll man prassen, schlemmen und schwelgen!

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Arnim/Brentano (Hrsg.)

Trinklied

Der edle Wein
Ist doch der beste Schieferdecker,
Sein schiefer Schein
Macht alle Menschen etwas kecker,
Ich wundre mich,
Dass er so klettern kann und steigen,
Und macht dass sich
Die großen Häupter vor ihm neigen.

(1. Strophe; aus: "Des Knaben Wunderhorn", erschienen 1806-08.)

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Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

Trunken müssen wir alle sein...

Trunken müssen wir alle sein!
Jugend ist Trunkenheit ohne Wein;
Trinkt sich das Alter wieder zu Jugend,
So ist es wundervolle Tugend.
Für Sorgen sorgt das liebe Leben,
Und Sorgenbrecher sind die Rehen.

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Du Fu (712-770)

Trunkenes Lied

Ich will meinen Pelz versaufen,
Herr Wirt.
Ich will mir einen Knaben kaufen,
Der mein lieblicher Diener wird.

Der Pelz hält außen warm;
Der Wein von innen.
Hängt, eine Kette, Euch in meinen Arm!
Das Leben ward noch nie begonnen. Wir wollen's beginnen!

Tschau-tschi war ein guter Dichter und konnte prächtig saufen.
Könnt ich's ihm gleichtun!
Ich will mein Pferd verkaufen,
Und ich will es gleich tun.

Die Philosophie ist eine Gottesgabe.
Es gab Philosophen, die nie einen Tropfen getrunken haben.
Glaubt Ihr, dass sie im Grabe
Weniger gestunken haben?

Ich will meine Schuhe in Zahlung geben;
Ich muss noch manchen Becher durch die Kehle seiben,
Ich kann ja auf allen Vieren nach Hause streben,
Meinetwegen will ich auch ewig hier liegen bleiben.

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Paul Scheerbart (1863-1915)

Vernünftige Devise

Trinke, wenn du trinken willst,
Nie mit deinen Kameraden –
Sonst wird dir der schönste Suff
Leider überall nur schaden.

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Jutta Kieber (geb. 1941), www.jutta-kieber.de

Weingeistiges

Wein ist Kultur
- Kultur ist Wein -
so redet es uns mancher ein
und schaut verächtlich unterdessen
aufs Biergetränk neben dem Essen.

Doch nach Genuss jedweder Sorten
- recht reichlich -
muss man es mit Worten
oft zotig und frivol erleiden,
dass die 'Kultur' ersoff in beiden.

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Paul Scheerbart (1863-1915)

Wohl dem, der frei...

Wohl dem, der frei von Weib und Kindern
Sein Leben froh vertrinken kann -
Der muss der Menschheit Leiden lindern -
Der ist ein guter freier Mann -
Der lebt im Sturm und Sonnenschein
Gemütlich in den Tag hinein -
Der hat verjubelt alle Pein
Und darf auf Erden selig sein.

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