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Leopold Friedrich Günther von Goeckingk (1748-1828) · Beliebteste

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An seine Freunde

Hört ihr einst, ich sei gestorben,
O! dann spielet auf Theorben
Keine Trauermelodie.
Ich, der euch im Leben nie
Eure Freude hat verdorben:
Ich verdürb' im Sterben sie?
Nein! Ihr sollt um mich nicht klagen!
Freuen mögt ihr euch, und sagen:
»Wohl! Geborgen ist auch der!
Und wer gab die Hand wie er
Dem Befreier ohne Zagen?
Darum klatschet hinterher!«
Dann so holt aus meinem Keller
Die paar Flaschen Muskateller,
Aufgespart für euch, heraus,
Trinkt, als wär' ich noch zu Haus,
Sie auf meinem Lieblingssöller
Mit einander fröhlich aus.
Und erinnert euch der Zeiten,
Wo beim Klange süßer Saiten
Meine Laun', im Vogelflug',
Mich von Scherz zu Scherze trug.
Stunden, die mich nicht gereuten,
Als der Tod nun sprach: Genug!
Lasst von mir die Leute sprechen,
Was sie wollen; von Verbrechen
War mein ganzes Leben rein,
Und so darf man Mensch nur sein,
Um auch mir so manche Schwächen
Nach dem Tode zu verzeihn.
Meine Lieder tadeln hören,
Soll nicht eure Ruhe stören.
Nie verschwand noch ein Gesang,
Den ein reiner Geist durchdrang.
Nichts, wenn meine den entbehren,
Rettet sie vom Untergang'.

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Gedichte an Freunde

 
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Auf dem Stubenberge bei Gernrode

Seht nur umher die Gegend an,
Wie schön ist sie, wie schön!
O! wer das nicht empfinden kann,
Mag immer wieder gehn.
Er wäre doch für uns kein Mann,
Und würd' uns nicht verstehn.
Sei fröhlich, oder sei betrübt,
Komm spät hieher, komm früh:
Wenn sonst dein Auge Schönheit liebt,
So heb' es auf, und sieh!
Das Vorrecht, zu erfreun, vergibt
Sich diese Höhe nie.
Die reinste Freud' auf dieser Welt
Gewährt uns die Natur.
Dem Herzen, welchem sie gefällt,
Vertraun wir ohne Schwur.
Doch wer sich heuchelnd nur so stellt,
Der mache Fürsten Cour.
Kann Liebe jemals ohne Pein,
Kann Freundschaft ohne Schmerz,
Kann Reichtum ohne Sorge sein,
Ohn' Angst ein Mutterherz?
Ach! Hefen führt der beste Wein,
Und Gift das reinste Erz.
Doch sehen wir noch tausendmal
Die Sonn' hier untergehn,
So sagen wir zum letzten Strahl':
Leb' wohl, auf Wiedersehn!
Und können ohne Reu' und Qual
Wie sie zur Ruhe gehn.

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Berggedichte

 
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Das Scheiden

Muss es einmal geschieden sein,
Und ist das Scheiden Pflicht,
So mehre deines Herzens Pein
Durch langes Zögern nicht.
O hätt' ich selber dies bedacht,
Als Morgens schon um vier
Mein Liebchen, nach durchwachter Nacht,
Anklopft' an meine Tür.
Fünf schlug es, und mit nassem Blick'
Ließ sie mich endlich gehn,
Doch schluchzend rief sie mich zurück,
Noch Einmal mich zu sehn.
Hoch ging mein Busen, wie die See,
Mein bleicher Mund ward stumm,
Mein Aug' erlosch bei Liebchens Weh,
Und dreimal kehrt' ich um.
Warum gab ich dem Ruf' Gehör?
Warum war ich so schwach?
Der ersten Trennung folgt nunmehr
Vielleicht die letzte nach.
Scheid' ohne Abschied, wer einmal
Vom Liebchen scheiden muss.
Sonst wird ihr letztes Wort zur Qual,
Zum Dolch ihr Abschiedskuss.

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Leopold Friedrich Günther von Goeckingk (1748-1828) · Beliebteste