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Johann Martin Miller (1750-1814) · Titel · Beliebteste

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Die Eifersucht

Ich habe sie gesehen!
Sie stand am Rosenbusch mit ihm.
Vertraulich war
Ihr Blick, und Zärtlichkeit darin.

Da bebt' ich blass vorüber;
Die falsche Seele barg sich mir,
Ihr Busen schlug,
Wie er nur Sündern schlagen kann.

O könnt' ich sie vergessen!
Doch an ihr Herz gebunden ist
Das meinige,
Und sie nur riss sich grausam los.

Und Rache! - Ja, beim Himmel!
Der süßeste Gedanke wär's!
Der süßeste,
O wär' er edel auch dabei!

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Die Zufriedenheit

Was frag' ich viel nach Geld und Gut,
Wenn ich zufrieden bin!
Gibt Gott mir nur gesundes Blut,
So hab' ich frohen Sinn,
Und sing' aus dankbarem Gemüt
Mein Morgen- und mein Abendlied.

So mancher schwimmt im Überfluss,
Hat Haus und Hof und Geld;
Und ist doch immer voll Verdruss,
Und freut sich nicht der Welt.
Je mehr er hat, je mehr er will;
Nie schweigen seine Klagen still.

Da heißt die Welt ein Jammertal,
Und deucht mir doch so schön;
Hat Freuden ohne Maß und Zahl,
Lässt keinen leer ausgehn.
Das Käferlein und Vögelein
Darf sich ja auch des Maien freun.

Und uns zuliebe schmücken ja
Sich Wiese, Berg und Wald;
Und Vögel singen fern und nah,
Dass alles wiederhallt. –
Bei'r Arbeit singt die Lerch' uns zu,
Die Nachtigall bei'r süßen Ruh'.

Und wenn die goldne Sonn' aufgeht,
Und golden wird die Welt,
Und alles in der Blüte steht,
Und Ähren trägt das Feld:
Dann denk' ich, alle diese Pracht
Hat Gott zu meiner Lust gemacht.

Dann preis' ich Gott, und lobe Gott,
Und schweb' in hohem Mut;
Und denk', es ist ein lieber Gott,
Und meint's mit Menschen gut;
Drum will ich immer dankbar sein,
Und mich ob seiner Güte freun!

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Minnelied an mein Liebchen

Lang im Herzen, süßes Kind!
Hab' ich, hab' ich dich geminnt;
Aber, o wie konnt' ich denken,
Solch ein minnigliches Kind
Würde Gegenhuld mir schenken!

Alles Glückes bist du reich,
Weiblich, zart und Engeln gleich;
Nie ward Schöners noch erblicket:
Keines Glückes bin ich reich,
Und mit keinem Reiz geschmücket.

Einen ganzen Sommer lang
Übt' ich mich im Minnesang;
Aber kriegt' ich dich zu sehen,
Ach! da war's um Minnesang
Und um mich zugleich geschehen.

Blumen, weiß und rot und blau,
Sucht' ich auf der grünen Au,
Dich mit Kränzen zu gewinnen;
Aber, kamst du auf die Au,
Ach! da war der Mut von hinnen.

Jeden Reigen hielt ich mit,
Lernte künstlich Tanz und Schritt
Nach der Regel abzumessen;
Aber, wenn zu dir ich schritt,
Ach! da war die Kunst vergessen.

Nun, o süßes, süßes Glück!
Liebchen, lächelt mir dein Blick.
Minne hat dein Herz bezwungen;
Und dein Arm, o süßes Glück!
Hält mich jeden Tag umschlungen.

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Trennung

Nur einen Tag entreiß' ich mich,
Du holde Seele, dir,
Und doch trübt meine Seele sich,
Und dämmrig wird es mir.

Gott, welch ein Schicksal, rief es mich
In fernre Gegenden,
Sollt' ich, du liebe Seele, dich
Auf längre Zeit nicht sehn!

O Trennung, Trennung! wende sie,
Du Gott der Liebe, ab!
Des Lebens Wechsel trenn' uns nie,
Auch trenn' uns nicht das Grab!

Lass unsre Seelen einst, o Gott,
Mit einem Hauch verwehn!
Lass uns vereint noch nach dem Tod
Vor deinem Throne stehn!

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