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Gustav Falke (1853-1916) · Titel: 1 2 · Beliebteste

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Alle unsre Tauben

Alle unsre Tauben sind schon lange wach,
sitzen auf den Lauben, sitzen auf dem Dach,
sitzen auf dem Regenfass:
Wer gibt denn uns Tauben was,
wer gibt denn uns Tauben was?

Tauben, Hühner, kleine Kind'
jeden Morgen hungrig sind.

Alle unsre Hennen sind schon aus dem Stall,
gackeln schon und rennen, scharren überall.
Und der Hahn kräht: Futter her!
Immer mehr, nur immer mehr,
immer mehr, nur immer mehr!

Tauben, Hühner, kleine Kind'
jeden Morgen hungrig sind.

Alle unsre Kleinen machen ein Geschrei,
strampeln mit den Beinen, wollen ihren Brei.
Lirum, larum, Löffelstiel,
wer krakeelt, der kriegt nicht viel,
wer krakeelt, der kriegt nicht viel!

Tauben, Hühner, kleine Kind'
jeden Morgen hungrig sind.

(Musik: M. Georg Winter)

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Kinderlieder

 
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Auf Flügeln

Herz, erträgst du diese Freude,
Trägst du so viel Seligkeit?
Himmel, Erde: eine Sonne
Und ein Blühen weit und breit.

Wo die überglühten Wipfel
Baden hoch im Morgenhauch,
Wo die weißen Mauern winken,
Wohnt der schöne Frühling auch.

Jeder Schlag der raschen Pulse
Ruft das holde Ziel heran,
Und die Ferne wird zur Nähe,
Und die Liebe hats getan.

Durch den Garten, über Stiegen,
Wie auf Flügeln hebt es dich;
Schneller als die schnelle Schwalbe,
Höher schwingt die Liebe sich.

Himmelspforten, welch Willkommen!
Öffnen glänzend sich und groß,
Und der freche Vogel flattert
Einem Engel in den Schoß.

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Frühlingsgedichte

 
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Aus allen Zweigen

Gedüftel.
Getüftel,
Gedächtel,
Gemächtel,
Ein Dudel, ein Didel
Ein wunderschön's Liedel.
Ei ja!

Ein Tonnerl,
Ein Wonnerl,
Ein Herzerl,
Ein Schmerzerl,
Ein Veigerl, ein Röserl,
Ein Schürzerl, ein Höserl,
Ei ja!

Ein Dornerl,
Ein Zornerl,
Ein Witzerl,
Ein Blitzerl,
Ein Dudel, ein Didel
Ein wunderschön's Liedel.
Piep! Piep! -

(Allen sangesfrohen Goldschnittlyrikern gewidmet.)

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Der erste Schnee, weich und dicht ...

Der erste Schnee, weich und dicht,
Die ersten wirbelnden Flocken.
Die Kinder drängen ihr Gesicht
Ans Fenster und frohlocken.

(Ausschnitt; zum kompletten Text.)

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Wintersprüche

 
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Die feinen Ohren

Du warst allein,
Ich sah durchs Schlüsselloch
Den matten Schein
Der späten Lampe noch.

Was stand ich nur und trat nicht ein?
Und brannte doch,
Und war mir doch, es müsste sein,
Dass ich noch einmal deine Stirne strich
Und zärtlich flüsterte: Wie lieb ich dich.

Die alte böse Scheu,
Dir ganz mein Herz zu zeigen,
Sie quält mich immer neu.
Nun lieg ich durch die lange Nacht
Und horche in das Schweigen,
Ob wohl ein weißes Haupt noch wacht.

Und einmal hab ich leis gelacht:
Was sorgst du noch,
Sie weiß es doch,
Sie hat gar feine Ohren,
Ihr geht von deines Herzens Schlag,
Obwohl die Lippe schweigen mag,
Auch nicht ein leiser Ton verloren.

((Meiner Mutter))

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Die Weihnachtsbäume

Nun kommen die Weihnachtsbäume
aus dem Wald in die Stadt herein.
Träumen sie ihre Waldesträume
weiter beim Laternenschein?

Konnten sie sprechen! Die holden Geschichten
von der Waldfrau, die Märchen webt,
was wir uns alles erst erdichten,
sie haben das alles wirklich erlebt.

Da stehn sie nun an den Straßen und schauen
wunderlich und fremd darein,
als ob sie der Zukunft nicht recht trauen,
es muss doch was im Werke sein.

Freilich, wenn sie dann in den Stuben
im Schmuck der hellen Kerzen stehn,
und den kleinen Mädchen und Buben
in die glänzenden Augen sehn,

dann ist ihnen auf einmal, als hätte
ihnen das alles schon mal geträumt,
als sie noch im Wurzelbette
den stillen Waldweg eingesäumt.

Dann stehen sie da, so still und selig,
als wäre ihr heimlichstes Wünschen erfüllt,
als hätte sich ihnen doch allmählich
ihres Lebens Sinn enthüllt;

als wären sie für Konfekt und Lichter
vorherbestimmt, und es müsste so sein,
und ihre spitzen Nadelgesichter
sehen ganz verklärt darein.

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Es schneit

Der erste Schnee, weich und dicht,
Die ersten wirbelnden Flocken.
Die Kinder drängen ihr Gesicht
Ans Fenster und frohlocken.

Da wird nun das letzte bisschen Grün
Leise, leise begraben.
Aber die jungen Wangen glühn,
Sie wollen den Winter haben.

Schlittenfahrt und Schellenklang
Und Schneebälle um die Ohren!
- Kinderglück, wo bist du? Lang,
Lang verschneit und erfroren.

Fallen die Flocken weich und dicht,
Stehen wir wohl erschrocken,
Aber die Kleinen begreifens nicht,
Glänzen vor Glück und frohlocken.

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Geh nicht!

Leb wohl! Wie ruhte Hand in Hand
So kalt. Ich litt.
O, dass ich nicht ein Wort des Herzens fand!
Du gehst und nimmst den Frühling mit,
Nimmst Tag und Licht. -
Geh nicht!

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Herz, erträgst du diese Freude...

Herz, erträgst du diese Freude,
Trägst du so viel Seligkeit?
Himmel, Erde: eine Sonne
Und ein Blühen weit und breit.

(Ausschnitt; zum kompletten Text.)

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Sommersprüche

 
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Kinderreim

Rische rasche rusche,
Der Hase sitzt im Busche.
Wolln wir mal das Leben wagen?
Wolln wir mal den Hasen jagen?

Rusche rasche rische,
Der Hase sitzt bei Tische.
Siehst du dort im grünen Kohl ihn?
Flink, nun lauf mal hin und hol ihn!

Rische rusche rasche,
Hast ihn in der Tasche?
Was? Er ist ins Feld gegangen?
Ätsch! Kann nicht mal Hasen fangen!

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Kinderreime

 
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König Sommer

Nun fallen leise die Blüten ab,
Und die jungen Früchte schwellen.
Lächelnd steigt der Frühling ins Grab
Und tritt dem Sommer die Herrschaft ab,
Dem starken, braunen Gesellen.

König Sommer bereist sein Land
Bis an die fernsten Grenzen,
Die Ähren küssen ihm das Gewand,
Er segnet sie alle mit reicher Hand,
Wie stolz sie nun stehen und glänzen.

Es ist eine Pracht unterm neuen Herrn,
Ein sattes Genügen, Genießen,
Und jedes fühlt sich im innersten Kern
So reich und tüchtig. Der Tod ist so fern,
Und des Lebens Quellen fließen.

König Sommer auf rotem Ross
Hält auf der Mittagsheide,
Müdigkeit ihn überfloss,
Er träumt von einem weißen Schloss
Und einem König in weißem Kleide.

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Sommergedichte

 
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König Sommer

König Sommer bereist sein Land
Bis an die fernsten Grenzen,
Die Ähren küssen ihm das Gewand,
Er segnet sie alle mit reicher Hand,
Wie stolz sie nun stehen und glänzen.

(Ausschnitt; zum kompletten Text.)

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Konfirmation

Warst eben aus der Kirche gekommen,
Das junge Herz noch heilig beklommen,
Aber doch wieder weltlich so weit,
Dass du mir zur linken Seit
Brav Brötchen schmaustest am Frühstückstisch,
Und nach dem Brötchen frech und frisch
Das größte Stück nahmst von der Torte.
Zur Rechten mir sprach würdige Worte
Der Großpapa. Ihm hatte vor allen
Des Herrn Pastoren Text gefallen:
»Der Glaube macht es, der Glaube allein.
Des sollen wir denn getröstet sein,
Nicht lassen durch Spott und Hohn uns rauben
Den wahren, einfältigen Christenglauben.«
Der Papa nach seiner stillen Art
Lächelt in den weißen Bart:
»Ich würde das alles auch unterschreiben,
Wär ich Pastor. Bins nicht, lass es bleiben.«
Auch ich hätt gern vermerkt, was ich dacht,
Aber es war nicht angebracht.
Achte den Glauben nicht gering,
Es ist um den Glauben ein trefflich Ding,
Und ging er dir über in Fleisch und Blut,
Fährst du wahrlich mit ihm gut.
Von mir schon längst er Abschied nahm,
Irgendwo mir abhanden kam.
Sind mir nur die zwei andern geblieben:
Das Hoffen, Kind, und das Lieben, das Lieben.

Mit diesen beiden kam ich bisher
Leidlich zurecht, oft etwas für quer,
Aber alles in allem genommen,
Bin ich dabei zu Gewinn gekommen,
Und möchte im Leben nicht anders fahren,
Und bin doch schon einigermaßen bei Jahren.
Du hast nun die Schule erst hinter dir,
Die Welt liegt vor dir, ein blühend Revier,
In das deine schönen, großen, grauen
Augen erwartend und ahnend schauen.

Dein schwarzes Kleid, dein süßes Gesicht,
Deines Zöpfchens blondbraun Licht,
Dein kindlich Wesen, dein schwellender Mund,
Dein junger Leib, frisch und gesund:
Wie ich so neben dir sitze, geht
Es wie ein tief und fromm Gebet
Durch mein ungläubig Herz, und leis,
Verstohlen, nach frommer Beter Weis,
Kreuz ich die Finger: Hoffen und Lieben,
Die treu mir alle Tage geblieben,
Wendet auch diesem Kind euch zu,
Streut eure Rosen vor seinem Schuh,
Dass es gleich mir mit hellem Mut
Spricht dereinst: Das Leben ist gut.

Du aber, Liebe, reich mir sacht
Das Glas jetzt, ihr seis dargebracht.
»Mein Fräulein, Ihr spezielles Wohl.« -
Dass doch der Teufel das Rotwerden hol!

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Mancherlei Nutzen

Freuten uns an duftgen Blüten,
Die für uns im Laube glühten.

Nun, da sich auch Früchte zeigen,
Pflücken wir aus vollen Zweigen.

Kommt der Winter, nützt aufs beste,
Wärmend uns, ein dürr Geäste.

Wenn die Flammen aufwärts schlagen,
Träumen wir von Frühlingstagen.

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Nun leuchten wieder...

Nun leuchten wieder die Weihnachtskerzen
und wecken Freude in allen Herzen.
Ihr lieben Eltern, in diesen Tagen,
was sollen wir singen, was sollen wir sagen?
Wir wollen euch wünschen zum heiligen Feste
vom Schönen das Schönste, vom Guten das Beste!
Wir wollen euch danken für alle Gaben
und wollen euch immer noch lieber haben.

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